Kiew wirft Israel den Kauf von Weizen vor, der von Russland aus der Ukraine geraubt worden sei.
Wie von «Euronews» vermeldet, hat Kiew gestern Montag Israel vor einer diplomatischen Krise gewarnt, sollten dortige Behörden die Landung eines zweiten russischen Schiffes mit Getreide in Haifa zulassen, das angeblich aus russisch besetzten ukrainischen Gebieten gestohlen worden ist.
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha erklärte auf Social Media, seine Regierung habe den israelischen Botschafter für Dienstagmorgen einbestellt, um ihm eine Protestnote zu überreichen und angemessene Massnahmen zu fordern. Sybiha bekräftigte die für beide Länder potentiell vorteilhaften, freundschaftlichen Beziehungen. Diese sollten «nicht von Russlands illegalem Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide untergraben werden.» Der Aussenminister kritisierte, «dass Israel keine angemessene Reaktion auf die berechtigte Forderung der Ukraine in Bezug auf ein früheres Schiff gezeigt hat, das gestohlene Güter nach Haifa lieferte.»
Sybiha «warnt Israel erneut davor, das gestohlene Getreide anzunehmen und damit unseren Beziehungen zu schaden». Sein israelischer Kollege Gideo Sa´ar reagierte am Montagabend und forderte Kiew auf, von der Führung diplomatischer Beziehungen über Twitter oder die Medien abzusehen und forderte «Beweise zur Untermauerung der Vorwürfe.» Kiew habe nicht einmal ein Rechtshilfeersuchen gestellt, ehe man sich an die Medien und sozialen Netzwerke wandte.
Allerdings schwelt das Thema laut dem Bericht schon seit einigen Tagen. Bei dem fraglichen Schiff handele es sich um die unter panamaischer Flagge fahrende «Panormitis», die anscheinend inzwischen vor Haifa eingetroffen ist und angeblich über 6200 Tonnen Weizen und 19'000 Tonnen Gerste geladen hat. Gemäss Recherchen der ukrainischen Journalistin Kateryna Yaresko vom Projekt «SeaKrime» wurde die «Panormitis» durch Umladungen von anderen Schiffen mit Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten befrachtet und lief anschliessend aus dem Hafen von Kavkas in der russischen Region Krasnodar aus.
Laut Presseberichten hat Israel die Forderungen Kiews bezüglich des vorangegangenen Schiffes, das angeblich gestohlenen Weizen im Hafen von Haifa entladen hatte, «im Wesentlichen achselzuckend abgetan». Ein ukrainischer Diplomat erklärte dazu: «Offen gesagt fühlt sich dies wie ein Schlag ins Gesicht an – angesichts des strategischen Wohlwollens, das die Ukraine gezeigt hat: von der Einstufung der IRGC als Terrororganisation bis hin zur Kriminalisierung von Antisemitismus» (Link).