USA – Antisemitismus 29. Apr 2026

Soldat wegen Massaker-Drohung an Synagogen verhaftet

Das Joint Readiness Training Center in Fort Polk, Louisiana, am 14. November 2002. 

Vorfall in Louisiana.  

Wie von der JTA vermeldet, haben Sicherheitskräfte am letzten Donnerstag einen auf dem Armee-Stützpunkt Fort Polk, Louisiana, stationierter Soldaten verhaftet, der auf Messaging-Plattform Discord mitgeteilt hatte, er plane, ein Massaker in einer Synagoge zu verüben.

Wie die US-Staatsanwaltschaft für den westlichen Bezirk von Louisiana mitteilte, wurde der 22-jährige Jakob Marcoulier wegen der Übermittlung einer Drohung im zwischenstaatlichen Verkehr angeklagt. Bereits im Februar hatte das auf Inland-Terrorismus abgestellte «National Threat Operations Center» des FBI einen Hinweis zur diesen Drohungen Marcouliers gegen Synagogen erhalten.

Das FBI sicherte anschliessend Audioaufnahmen Marcouliers bei Discord, wo er mutmasslich erklärte: «Wenn die Juden nach diesem Einsatz immer noch die Herrschaft über unsere Regierung führen, werde ich mit meiner AK – bestückt mit einem 75-Schuss-Trommelmagazin und all meinen Ersatzmagazinen –, mit meiner Schutzweste der Stufe 4 und meinem Helm der Schutzklasse 3+ in eine Synagoge eindringen. Und ich werde jeden einzelnen Juden töten, den ich in dieser Synagoge antreffe. Das ist mein Lebensziel.»

Marcoulier soll anderen Nutzern zudem mitgeteilt haben: «Ihr werdet niemals etwas dagegen unternehmen – ich hingegen schon. … Und dann werdet ihr mich in den Nachrichten sehen. Das verspreche ich euch.» Er diffamierte Juden als «diese Drecksäcke», die er «umbringen» müsse, «um sicherzustellen, dass die weisse Jugend verdammt noch mal in Sicherheit ist.» Marcoulier hat diese Drohungen allem Anschein nach kurz nach den neuerlichen Angriffen der USA und Israels auf Iran am 28. Februar ausgesprochen.

Der Konflikt mit dem Iran hat jüdische Einrichtungen im gesamten Land sowie weltweit in höchste Alarmbereitschaft versetzt. In den USA hat ein Zuwanderer aus dem Libanon im März einen Truck in eine grosse Reform-Synagoge in einem Vorort von Detroit gesteuert. Ob Marcoulier bereits bestimmte Ziele im Sinn hatte, ist momentan unbekannt (Link). Er soll am heutigen Mittwoch vor einem Gericht einvernommen werden. Für seine Drohungen muss Marcoulier mit bis zu fünf Jahren Haftstrafe rechnen (Link).
 

Andreas Mink