«The Social Reckoning» enttäuscht an Kino-Kassen; Branche diskutiert Erwartungen für weitere Filme über Tech-Titanen.
2010 hat Aaron Sorkins für das Drehbuch des von David Fincher gedrehten Hits «The Social Network» über den Aufstieg des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg einen Oscar gewonnen. Nun spielte der von Sorkin selbst realisierte Nachfolger «The Social Reckoning» in den USA am Start-Wochenende enttäuschende 5,5 Millionen Dollar ein. Damit blieb der Film laut Branchendiensten hinter ohnehin skeptischen Prognosen für das 30-Millionen-Dollar-Projekt von Sony Pictures zurück. Jeremy Strong gibt Zuckerberg als Finsterling und Mikey Madison spielt eine Facebook-Mitarbeiterin, die dem Meta-CEO im Verein mit einem Journalisten (Jeremy Allen White) auf die Schliche kommt.
Mit weltweiten Einnahmen von 224 Millionen Dollar gilt «The Social Network» als Meisterwerk und treffendes Portrait seiner Epoche. Doch obwohl die Macht digitaler Technologien und der dafür massgeblichen Konzernchefs seither nur gewachsen ist, stiess «Social Reckoning» nach durchwachsenen Kritiken kaum auf Publikums-Interesse. Das Thema sei inzwischen mehr als vertraut und nicht zu einer kurzzeitigen «Flucht aus der Realität geeignet», so Brancheninsider.
Von daher bleibt abzuwarten, ob weitere Filme über Tech-Titanen stärkeres Interesse finden. Am Wochenende hat der fast vierstündige Dokumentarfilm «Musk» von Alex Gibney in einem Probelauf an vier Kinos rund 70'000 Dollar eingespielt, was als Erfolg gewertet wird. Am nächsten Wochenende folgt die mit Spannung erwartete, dreistündige Dokumentation «You Can See Everything» von Nathan Fielder und Lance Oppenheim um die Betrügerin Elizabeth Holmes. Im Dezember soll «Artificial» mit Andrew Garfield in der Rolle des OpenAI-Chefs Sam Altman anlaufen. Der Produzent Amazon hatte den Spielfilm Anfang Jahr nach einer Vertiefung der Zusammenarbeit mit OpenAI auf Eis gelegt.
Im Gegensatz zu Sorkins Film ernten «Artificial», «You Can See Everything» und «Musk» exzellente Kritiken. Die Medienwissenschafterin Allison de Fren erwartet daher auch ein Publikumsinteresse an diesen Werken: «Reiche und Mächtige waren schon immer ein unwiderstehliches Thema für die Medien». Daher sei offenkundig, «warum wir derzeit so viele Filme über Tech-Milliardäre sehen: Sie sind unsere neuen Herrscher» (Link).