Überraschender Rückschlag; Teil einer landesweiten Auseinandersetzung um Trennung von Staat und Religion.
Anfang Woche hat die Behörde für Privatschulen in Oklahoma, das «Oklahoma Statewide Charter School Board», den Antrag für eine jüdische Online-Privatschule abgelehnt. Der Entscheid kam überraschend, da der Gliedstaat konservativ ausgerichtet und religiösen Initiativen gegenüber freundlich ist. Zudem hatte ein Bundesrichter erst im vergangenen Monat eine wichtige rechtliche Hürde für die Genehmigung beseitigt.
Antragsteller ist die «National Ben Gamla Jewish Charter School Foundation» in Florida, die dort ein Netzwerk von Privatschulen mit Schwerpunkt auf Israel und Hebräisch betreibt . Die Stiftung wollte in Oklahoma einen Präzedenzfall schaffen und die erste öffentlich finanzierte, religiöse Privatschule eröffnen. Dahinter stand anscheinend auch die Absicht, einen Fall für das Verfassungsgericht in Washington zu schaffen, der zur Etablierung einer direkten, staatlichen Finanzierung religiöser Schulen landesweit hätte führen können.
Die Schulaufsicht begründet die Ablehnung mit der Opposition lokaler jüdischer Gemeinden. Diese opponierten gegen die Bestrebungen von Ben Gamla, um die in der US-Verfassung verankerte «Mauer» zwischen Religion und Staat zu gewährleisten. Man sehe die Schule «als ein Trojanisches Pferd für die Einführung religiöser öffentlicher Schulen».
Gleichwohl fiel die Ablehnung denkbar knapp aus. Das Gremium hat neun Mitglieder und für eine Annahme wären fünf Stimmen notwendig gewesen. Der Antrag erhielt jedoch nur vier Stimmen, bei drei Gegenstimmen. Ein Mitglied fehlte bei der Sitzung und ein Sitz im Gremium ist derzeit unbesetzt. Ben Gamla will daher nicht aufgeben. Weitere Schritte sind jedoch unklar.
Jüdische Gemeinde-Vertreter betonen zudem, das Interesse an einer weiteren jüdischen Tagesschule in Oklahoma sei gering. Das bestehende Angebote biete reichlich Kapazitäten für zusätzliche Schüler. Zudem hat Ben Gamla die erwarteten Schülerzahlen massiv überschätzt und war bei der ursprünglichen Antragstellung von zwischen 335 bis 495 Schülern ausgegangen. Doch zuletzt reduzierte die Schulleitung die Zahl auf zehn Lernende im ersten Jahr als «bewusst bescheidenes Ziel» (Link).