Hamburg 13. Okt 2026

Argentinien zieht vor Seegericht

Der argentinische Präsident Javier Milei hält am 10. Dezember 2023 in Buenos Aires nach seiner Amtseinführungszeremonie im Präsidentenpalast Casa Rosada eine Rede.

Im Streit über Erdölvorkommen nahe den Falklandinseln geht die argentinische Regierung am Internationalen Seegerichtshof in Hamburg gegen Grossbritannien vor.

Man habe vorläufige Massnahmen beantragt, um die Ausbeutung von Erdölvorkommen durch das Vereinigte Königreich nahe den im Südatlantik gelegenen Falklandinseln zu bremsen, teilte Argentiniens Präsident Javier Milei mit. Die britische Reaktion fiel deutlich aus. Die Inseln stehen seit 1833 unter britischer Verwaltung. 1982 wurden sie von Argentinien besetzt. Grossbritannien gelang die Rückeroberung. Ziel des argentinischen Antrags sei, «die souveränen Rechte Argentiniens über seinen Festlandsockel zu wahren», heisst es in der durch das Präsidialamt des südamerikanischen Landes verbreiteten Erklärung. Man wolle zudem verhindern, dass die durch das Vereinigte Königreich «einseitig und rechtswidrig» genehmigten Wirtschaftsaktivitäten den von den Vereinten Nationen anerkannten Souveränitätsstreit verschärften. Die Einreichung erfolge im Rahmen des Schiedsverfahrens, das die argentinische Regierung am 28. September im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen eingeleitet hat, so Milei. Konkreter Anlass für Mileis Vorgehen ist das von zwei Firmen aus Grossbritannien und Israel vorangetriebene Projekt «Sea Lion», das eine Offshore-Erdölförderung rund 220 Kilometer nördlich der Inselgruppe zum Ziel hat. Milei hatte Grossbritannien eine Frist von zwei Wochen gesetzt, dafür zu sorgen, dass die aktuellen Erdölförderungspläne eingestellt werden. Diese Zeitspanne ist nun verstrichen. Die britische Regierung reagierte energisch auf Mileis aktuelle Erklärung. Sie kündigte ihrerseits die Vorbereitung von Schutzmassnahmen für Unternehmen an, die auf den Falklandinseln investieren. Man werde gewährleisten, dass die Firmen ihre «rechtmässige Tätigkeiten» weiterhin durchführen können, heisst es in der Pressemitteilung. «Die Unterstützung des Vereinigten Königreichs für die Falklandinseln ist unerschütterlich», wird der britische Aussenminister Ed Miliband darin zitiert. Die Versuche Argentiniens, Unternehmen und Einzelpersonen einzuschüchtern, seien inakzeptabel.
 

Redaktion