Berlin 14. Apr 2026

Prosor weist Smotrich zurecht

Ron Prosor auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2023.

Israels Botschafter in Berlin kritisiert Smotrich scharf nach «Ghetto»-Äusserung  

Ein diplomatischer Eklat zwischen Israel und Deutschland: Israels Botschafter in Berlin Ron Prosor verurteilt Aussagen von Finanzminister Bezalel Smotrich gegenüber Bundeskanzler Friedrich Merz als geschichtsverzerrend und schädlich für die Erinnerung an den Holocaust.
Israels Botschafter in Deutschland hat den rechtsextremen Finanzminister Bezalel Smotrich scharf kritisiert, nachdem dieser dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Schreiben indirekt vorgeworfen hatte, Juden erneut «in Ghettos» drängen zu wollen. 
Auslöser des Konflikts war Kritik aus Berlin an israelischen Siedlungsplänen im Westjordanland. Smotrich reagierte darauf mit dem Hinweis, Deutschland habe kein Recht, Juden vorzuschreiben, wo sie leben dürften, und zog dabei historische Vergleiche zur NS-Zeit. 
Der israelische Botschafter in Berlin – laut Berichten Ron Prosor – wies diese Rhetorik entschieden zurück. Die Verwendung des Begriffs «Ghettos» im politischen Schlagabtausch untergrabe die Erinnerung an den Holocaust und sei unangemessen im Verhältnis zu Deutschland, einem zentralen Partner Israels. 
Der Vorfall verschärft die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Israel und europäischen Staaten, insbesondere Deutschland. Während die Bundesregierung zunehmend Kritik an Israels Politik im Westjordanland und im Gazakrieg äussert, reagiert ein Teil der israelischen Regierung mit scharfer Gegenrhetorik. 
 

Redaktion