Auftrag der israelischen Regierung an Trump-Vertrauten.
Wie «Axios» vermeldet, hat Israel den ehemaligen Wahlkampf-Strategen Trumps mit einer millionenschwere Kampagne beauftragt um die Art und Weise neu zu gestalten, wie KI-Plattformen das Land darstellen. Plattformen wie ChatGPT, Claude und Gemini spielten eine zunehmend zentrale Rolle bei der Meinungsbildung – und Staaten, Unternehmen sowie andere mächtige Interessengruppen investierten enorme Summen, um Einfluss auf sie zu nehmen. Israel soll den Auftrag auf Wunsch von Binyamin Netanyahu an Brad Parscale bereits im vergangenen September erteilt haben. Dieser war 2020 Wahlkampfmanager für Trump.
Israel befürchtet angeblich, «den `Krieg´ in sozialen Medien zu verlieren». In Parscales Einschätzung greifen KI-Plattformen vorwiegend auf anti-israelische Informationen zurück und schüren dadurch eine negative Stimmung gegenüber dem Land. Sein Team hat laut dem Bericht ein Projekt mit dem Ziel lanciert, KI-Systeme zu einer positiveren Darstellung Israels zu bewegen. Mit diesem Ziel habe die Firma Market Brew (Link), an der Parscales Agentur beteiligt ist, begonnen, pro-israelische Inhalte in den digitalen Informationsfluss einzuspeisen, damit diese von den KI-Plattformen erfasst und verarbeitet würden.
Das Team erstellte dazu neun Websites wie beispielsweise paxpoint.org, die «Israels anhaltendes Engagement für Frieden und Koexistenz hervorhebt», sowie factsignal.org, die darlegt, wie «die Einstufung der Hamas als Terrororganisation den globalen Konsens widerspiegelt».
Allerdings haben diese Bemühungen laut «Axios» bei Tests durch Journalisten keine für Israel positiven Ergebnisse gebracht. Überdies sinken die Beliebtheitswerte Israels unter dem Eindruck der am 28. Februar durch die Regierungen von Trump und Netanyahu begonnenen Angriffe auf Iran weiter.
Der Gründer von Market Brew teilte «Axios» dazu mit: «Es herrscht das Missverständnis, man könne KI-Systeme irgendwie direkt beeinflussen oder überzeugen. So funktionieren sie eigentlich gar nicht». Man könne aber sehr wohl «sicherzustellen, dass die eigenen Informationen so strukturiert, belegt und ausgerichtet sind, dass diese Systeme sie mit höherer Wahrscheinlichkeit abrufen, wenn jemand eine Frage stellt. Es geht weniger darum, die Konversation zu verändern, als vielmehr darum sicherzustellen, dass die eigenen Fakten überhaupt dafür infrage kommen, Teil dieser Konversation zu sein.»
Israel hat Parscales Firma anhin neun Millionen Dollar gezahlt und den Vertrag jüngst verlängert, so der Bericht. Zudem wolle Parscales Team Israel nun durch weitere Massnahmen unterstützen – unter anderem durch eine SMS-Kampagne sowie digitale Werbung (Link).