USA – Medien 21. Apr 2026

«The Onion» unternimmt neuen Anlauf für «Infowars»

Die Satire-Plattform war zunächst bei der Übernahme des Mediums von Alex Jones gescheitert.  

Nach über einem Jahr ohne ersichtliche Bewegung hat «The Onion» gestern Montag eine Überraschung im Zusammenhang mit «Infowars» verkündet. Demnach steht die Satire-Plattform kurz vor der Übernahme der Website des Verschwörungstheoretikers Alex Jones. Demnach hat die Muttergesellschaft von «The Onion» mit dem Konkurs-Verwalter Gregory Milligan für die Übernahme eine monatliche Lizenzgebühr in Höhe von 81'000 Dollar ausgehandelt. Jones hatte 2024 Konkurs erklärt und das zuständige Gerichte in Texas hatte anschliessend den ursprünglichen Plan von «The Onion» abgelehnt, «Infowars» im Rahmen einer Insolvenzauktion zu erwerben.

Die Plattform wollte «Infowars» neu als Parodie erstehen lassen. Jones hat dies vor Gericht durch einen Einspruch verhindert. Er war nach jahrelangen Schadensersatz-Klagen für schuldig befunden worden war, die Opfer des Amoklaufs an der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut 2012 verleumdet zu haben. Ein Gericht hatte ihn zur Zahlung einer immensen Entschädigungssumme verurteilt, worauf Jones einen Konkurs angemeldet hatte. 

Nun erklärte Ben Collins als CEO von «The Onion», die Plattform werde in dem neuen Konzept durch die Familien von Sandy-Hook-Opfern unterstützt, die gegen Jones geklagt haben. Zudem werde der Komiker Tim Heidecker als neuer Kreativdirektor zu «Infowars» kommen. Erlöse aus dem Verkauf von Merchandise-Artikeln sollen mit den Sandy-Hook-Familien geteilt werden, so Collins.

Jones hat jahrelang die Lüge verbreitet, der Amoklauf eines 20-Jährigen an der Sandy Hook-Grundschule in Connecticut, der 2012 sechs Angestellte und 20 Erstklässler erschossen hat, sei von Linken und/oder der Obama-Regierung inszeniert worden, um die Beschlagnahmung von Schusswaffen in Privatbesitz einzuleiten. Zudem seien die Opfer-Familien an der Verschwörung beteiligt. Diese wurden daraufhin Ziele einer Flut von Hassattacken auf Social Media, persönlichen Konfrontationen und Morddrohungen. Schliesslich verklagten die Angehörigen von zehn Opfern Jones 2018 wegen Verleumdung und erhielten in Prozessen in Texas und Connecticut Schadensersatz in Höhe von über 1,4 Milliarden Dollar zugesprochen. Unter den Klägern waren auch jüdische Familien (Link).

Andreas Mink