Iran-Krieg 03. Nov 2026

Öl-Konzerne als Kriegs-Profiteure

Während Ölkonzerne hohe Gewinne machen bezahlen Verbraucher deutlich höhere Preise für Benzin, Diesel und andere Kraftstoffe.

Profite von mindestens 130 Milliarden Dollar für Multis und Raffinerien in den USA und Europa seit Februar.  

Laut einer «konservativen Schätzung» der «New York Times» gibt es im Iran-Krieg zumindest einen Gewinner: amerikanische Energiekonzerne. Rund 50 grössere Öl- und Gasunternehmen – inklusive Betreiber von Raffinerien – erzielten demnach von April bis Ende September Gewinne von über 130 Milliarden Dollar, während Verbraucher deutlich höhere Preise für Benzin, Diesel und andere Kraftstoffe zahlen müssen.

Im Vorjahres-Zeitraum hatten diese Unternehmen zusammen knapp 47 Milliarden Dollar verdient. Laut dem «Climate Solutions Lab» der Brown University haben Amerikaner seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran am 28. Februar bereits 147 Milliarden Dollar zusätzlich für Benzin und Diesel ausgegeben – das entspricht mehr als 1100 Dollar pro Haushalt.

Besonders profitabel ist der Krieg demnach für Raffinerien in den USA, da diese Anlagen in Nahost und Russland durch Kampfhandlungen schwer beschädigt wurden. Da weniger Raffinerien zur Deckung der weltweiten Nachfrage zur Verfügung stehen, sind die Gewinnmargen der verbleibenden Anlagen stark gestiegen. Daher haben Exxon Mobil und Chevron als grösste US-Ölkonzerne am Freitag Rekordgewinne für ein drittes Quartal angemeldet – dies vor allem durch ihr Raffineriegeschäft. 

Laut der Analyse verwenden die Konzerne die enormen Einnahmen vorwiegend auf die Tilgung von Schulden und den Aufbau von Rücklagen, statt in die Ölförderung oder den Ausbau von Raffineriekapazitäten zu investieren.

Auch europäische Konzerne verzeichneten Rekordgewinne. Shell erzielte im dritten Quartal einen Gewinn von 12,06 Milliarden Dollar – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch der französische Ölkonzern Total konnte seinen Gewinn im dritten Quartal auf 8,26 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln (Link).

Andreas Mink