Präsident Xi Jinping empfängt Herrscher von Oman.
Nach einer Zurückstufung in den letzten Wochen verstärkt China allem Anschein nach diplomatische Bemühungen für eine Lösung des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran. Gestern Montag traf Aussenminister Wang Yi in Peking Ali Bagheri Kani, einen hochrangigen Vertreter Teherans, während Präsident Xi Jinping den omanischen Sultan Haitham bin Tariq empfing.
Wang erklärte gegenüber Kani, Dialog und Verhandlungen seien «der einzig gangbare Weg» angesichts der immer länger währenden Konflikte in der Region, welche erneut eskalieren könnten. Hintergrund sind Drohungen Trumps zu womöglich «verheerenden» und über eine Woche währenden Luftangriffen auf Iran nach den heutigen Midterms. Wang bekräftigte zudem die «Unterstützung Chinas für die Souveränität und Sicherheit Irans». Peking macht routinemässig die USA und Israel für den Ausbruch des Konflikts verantwortlich.
Motiv für das neuerliche Engagement dürften letztlich auch die Bedeutung von Öl-Importen aus Iran für China sein. Daneben kündigte das chinesische Aussenministerium am Montag an, dass Zhai Jun, Pekings Nahost-Sondergesandter, in diesem Monat den Iran, den Oman und Saudi-Arabien besuchen werde.
Unterdessen empfing Staatschef Xi den Herrscher von Oman, Sultan Haitham. Dabei handelt es sich um die erste Visite eines omanischen Staatsoberhaupt in China seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern im Jahr 1978. Xi betonte, der Nahe Osten und die Golfregion «dürften nicht zu einem Schauplatz für Rivalitäten zwischen Grossmächten oder geopolitische Konflikte werden». Zudem stünden die bilateralen Beziehungen zu Oman an einem «neuen historischen Anfang»: Während des Besuchs unterzeichneten China und Oman 14 Kooperationsdokumente, die Bereiche wie künstliche Intelligenz, grüne Energie und Lieferketten abdecken; zudem wurde ein Währungsabkommen geschlossen.
In einer gemeinsamen Erklärung forderten Xi und Sultan Haitham die Wiederaufnahme einer sicheren Schifffahrt durch die Strasse von Hormus und riefen die USA sowie den Iran zu einer Wiederaufnahme von Verhandlungen auf (Link).