USA – Wahlen 03. Nov 2026

Auguren sehen «blaue Welle»

Schilder für den demokratischen US-Senatskandidaten Abdul El-Sayed und andere an einer Strassenecke in Ypsilanti, Michigan am Dienstag. 

Demokraten mit starken Chancen auf Mehrheiten im US-Kongress.  

Bei den heutigen Zwischenwahlen in den USA stehen die Demokraten laut dem renommierten «Crystal Ball» des Center for Politics an der University of Virginia mit hoher Wahrscheinlichkeit vor der Rückeroberung von Kongress-Mehrheiten. Die Analyse letzter Umfragen landesweit führt die Experten zu der Prognose, dass im Repräsentantenhaus mindestens 239 Sitze zu einem Sieg von Linksliberalen tendieren, 196 dagegen zu den Republikanern, was einen Zugewinn von 24 Sitzen für die Demokraten bedeutet.

Im Senat stehen die Demokraten vor sechs zusätzlichen Sitzen und damit einer neuen Mehrheit von 53 Mandaten gegenüber 47 der Republikaner. Auch bei Gouverneurs-Positionen könnten Demokraten vier dazu gewinnen und das Verhältnis auf 28 gegenüber 22 mit konservativen Gewinnerinnen und Gewinnern ausbauen (Link).

Frappierend sind hier vor allem wahrscheinliche Erfolge für den Senat in republikanischen Hochburgen wie Kansas, Ohio und Texas; sowie in dem «Swing State» Michigan; dazu kommen Alaska und Maine. Dort halten mit Dan S. Sullivan und vor allem Susan Collins Konservative mit langjährigen Amtszeiten Sitze.

Spannend bleiben indes Alaska und Michigan. Im hohen Norden sorgt ein Skandal um den offenkundig von demokratischen Kadern zu einer verwirrenden Kandidatur angestifteten ex-Lehrer Dan J. Sullivan für Verwirrung. In Michigan wirbelt die Demokratin Haley Stevens das Rennen zwischen Abdul El-Sayed und Mike Rogers in letzter Minute durch ihren Seitenwechsel zu dm Republikaner auf (siehe separate Meldung).

Doch in beiden Gliedstaaten gibt die letzte Prognose der «New York Times» den Demokraten stärkere Chancen: demnach liegt El-Sayed sogar mit elf Punkten vor Rogers. In Alaska führt die Demokratin Mary Peltola nur mit einem Punkt. 

Am erstaunlichsten wirkt vermutlich Kansas: hier hat ein Demokrat zuletzt 1932 einen Senats-Sitz gewonnen. Erklärt wird die drohende «blaue Welle» mit der massiven Abwanderung von Jüngeren und Latinos zu den Demokraten, nachdem diese Bevölkerungsgruppen 2024 zu Trump gewechselt waren. Motiv sind und waren steigende Lebenshaltungskosten. Dazu kommen für breite Schichten Befürchtungen rund im KI und Rechenzentren; der Iran-Krieg als Motor für dramatisch gestiegene Energiepreise, sowie Empörung über die flagrante Korruption und Selbstbereicherung des gealterten Präsidenten (Link).

Andreas Mink