USA 29. Mär 2026

Mutmasslicher Terrorist jüdischer Herkunft verhaftet

Nerdeen Kiswani bei einer Protestkundgebung zum Gedenken an den Nakba-Tag im New Yorker Stadtteil Brooklyn. (Alexi Rosenfeld/Getty Images)  

Der 26-jährige Alexander Heifler aus New Jersey hat angeblich einen Anschlag auf das Haus der pro-palästinensischen Aktivistin Nerdeen Kiswani geplant.

Am Donnerstag haben Sicherheitskräfte den 26-jährige Alexander Heifler in Hoboken, New Jersey, festgenommen. Wochenlangen, verdeckte Ermittlungen unter der Leitung der New Yorker Polizei ergaben dringende Hinweise auf Pläne Heiflers, ein Dutzend Molotowcocktails auf den Wohnsitz der pro-palästinensischen Aktivistin Nerdeen Kiswani in New York City zu werfen.

Die Ermittlungen gegen Heifler begannen Anfang Februar, als er in einem Video-Gruppenchat den Einsatz von Molotowcocktails diskutiert hat. An dem Chat war auch ein verdeckter Ermittler beteiligt. Später teilte Heifler dem Agenten die Absicht mit, nach dem Anschlag aus dem Land zu fliehen. Polizeibeamte stellten in Heiflers Wohnung acht Molotowcocktails sicher. Er wurde wegen unerlaubten Waffenbesitzes sowie der Herstellung von Spreng- und Brandvorrichtungen angeklagt.

Bürgermeister Zohran Mamdani erklärte, Heifler sei ein mutmassliches Mitglied der extremistischen «Jewish Defense League», die aus der Kach-Partei von Meir Kahane hervorgegangen ist und vom FBI seit 2001 als terroristische Organisation einstuft wird. Laut Mamdani habe Heifler angeblich nach Israel fliehen wollen. Mamdani beteuerte: «Wir werden gewalttätigen Extremismus in unserer Stadt nicht dulden. Niemand sollte aufgrund seiner politischen Überzeugungen oder seines Engagements Gewalt ausgesetzt sein. Ich bin erleichtert, dass Nerdeen in Sicherheit ist».

Später korrigierte Mamdani seine Erklärung und bezeichnete Heifler als «Mitglied eines Ablegers der Jewish Defense League». Sicherheitskreise teilten CNN mit, Israel sei das beabsichtigte Ziel Heiflers gewesen.

Kiswani ist Anfang 30, palästinensischer Herkunft und Gründerin der Gruppe «In Our Lifetime» (Link), die für das Recht sämtlicher Palästinenser auf eine Rückkehr an ihre Wohnorte im heutigen Israel eintritt, den Zionismus als «eine Ideologie des Siedler-Kolonialismus» bezeichnet, die «auf dem Völkermord am und der Enteignung des palästinensischen Volkes gründet.» Jede Zusammenarbeit und jeden Dialog mit zionistischen Organisationen sei daher undenkbar, zur Befreiung Palästinas sei jedes Mittel recht. Kiswani hat jüngst die militante Gruppe Betar USA wegen Verletzung ihrer Bürgerrechte verklagt. Betar USA hatte in sozialen Medien ein «Kopfgeld» auf sie ausgesetzt

Die Gruppe erklärte nach der Verhaftung Heiflers, es sei «nicht überraschend, wenn andere Terroristen sie ins Visier genommen hätten… Palästinenser haben sich schon immer gegenseitig angegriffen. Angesichts der gewalttätigen Natur dieser Leute … ist dies keineswegs überraschend.»

Das «Jewish Community Relations Council» von New York begrüsst die Verhaftung Heiflers. In der City sei «absolut kein Platz für Gewalt, Drohungen oder Versuche, einem Menschen das Leben zu nehmen… Obwohl wir Nerdeen Kiswanis hetzerische Rhetorik und die Taktiken ihrer Organisation entschieden ablehnen, verurteilen wir die gemeldete Verschwörung gegen sie auf das Schärfste» (Link).

Andreas Mink