Johannesburg 29. Mär 2026

Entführt und ermordet

Steven Gruzd

Der jüdische südafrikanische Politikanalyst und Forscher Steven Gruzd ist nach einer Entführung in Johannesburg ermordet worden.

Der 53-Jährige wurde am Donnerstagabend verschleppt und zwei Tage später tot aufgefunden. Fünf Verdächtige wurden festgenommen. 

Gruzd, der als Leiter des Programms für African Governance and Diplomacy am South African Institute of International Affairs (SAIIA) tätig war, galt als international anerkannter Experte für afrikanische Politik und Governance. 

Nach Angaben von Polizei und Sicherheitsorganisationen handelt es sich um ein sogenanntes «Express-Kidnapping» – eine in Südafrika verbreitete Form der Entführung, bei der Täter kurzfristig Lösegeld oder Bargeld erpressen. 

Die Familie meldete Gruzds Verschwinden, woraufhin Polizei und private Sicherheitsdienste eine grossangelegte Suche einleiteten. Ein Verdächtiger führte die Ermittler schliesslich zum Fundort der Leiche. 

Die Behörden betonen, dass es bislang keine Hinweise auf ein antisemitisches Motiv gibt; die Tat werde als krimineller Raub- und Entführungsfall untersucht. 

Kollegen würdigten Gruzd als «brillanten Kopf» und engagierten Analysten, dessen Tod eine «grosse Lücke» in der politischen Forschung Afrikas hinterlasse. 

Die Verdächtigen sollen wegen Mordes, Entführung und schweren Raubes vor Gericht erscheinen. 

Redaktion