Konzert für Bondi-Opfer nach Streit um jüdische Beteiligung abgesagt.
Ein geplantes Benefizkonzert für die Opfer des Anschlags am Bondi Beach in Sydney ist kurzfristig abgesagt worden, nachdem Mitglieder eines griechischen Chors sich weigerten, gemeinsam mit jüdischen Künstlern aufzutreten.
Die Mehrheit des rund 50-köpfigen Australian Hellenic Choir habe «politische Einwände» gegen einen gemeinsamen Auftritt mit der Sydney Jewish Choral Society erhoben, berichtete die «Jewish Telegraphic Agency». Einige Sänger hätten zudem Sicherheitsbedenken geäussert.
Das Konzert war als Zeichen der Solidarität und interkulturellen Einheit geplant und sollte Spenden für die Hinterbliebenen des Anschlags sammeln. Geplant war unter anderem eine gemeinsame Aufführung der «Ballad of Mauthausen», eines Werkes über die Beziehung zwischen einem griechischen und einem jüdischen Häftling im NS-Konzentrationslager.
Die Absage löste scharfe Kritik aus. Vertreter der jüdischen Gemeinde sprachen von einem weiteren Beispiel wachsender antisemitischer Spannungen seit dem 7. Oktober 2023. Auch der Präsident des griechischen Chors zeigte sich laut Berichten überrascht über das Ausmass der Ablehnung innerhalb der eigenen Reihen.
Das Konzert sollte ursprünglich Ende Juni im Sydney Town Hall stattfinden und galt als symbolisches Projekt zur Annäherung beider Gemeinschaften.