Jerusalem 30. Apr 2026

Israel genehmigt 126 neue Häuser in geräumter Siedlung Sa-Nur

Mit einem Beschluss vom 29. April treibt Israel die Wiederbesiedlung des nördlichen Westjordanlands voran – erstmals seit dem Abzug 2005 werden in Sa-Nur wieder feste Wohnbauten genehmigt.

Der Hohe Planungsrat der israelischen Zivilverwaltung hat am Mittwoch, 29. April 2026, den Bau von 126 Wohneinheiten in der Siedlung Sa-Nur im nördlichen Westjordanland bewilligt. Die Siedlung war 2005 im Rahmen des damaligen israelischen Rückzugsplans unter Ariel Sharon geräumt worden.

Die Entscheidung gilt als weiterer Schritt zur faktischen Rücknahme dieses Abzugs. Sa-Nur gehört zu vier Siedlungen im Norden der Westbank, für die die israelische Regierung in den vergangenen Jahren schrittweise die Rückkehr ermöglicht hat. Rechtliche Grundlage ist eine 2023 verabschiedete Änderung, die das Betretungsverbot für Israelis in diesen Gebieten teilweise aufhob.

Die aktuelle Regierung unter Benjamin Netanyahu treibt den Ausbau politisch voran. Finanzminister Bezalel Smotrich hatte wiederholt erklärt, die Wiederbesiedlung solle die Perspektive eines palästinensischen Staates untergraben. Die nun genehmigten Projekte sehen erstmals wieder dauerhafte zivile Wohnstrukturen in Sa-Nur vor.

Palästinensische Vertreter verurteilten den Schritt als weiteren Ausbau der Siedlungen im besetzten Gebiet. Nach überwiegender internationaler Rechtsauffassung gelten diese als völkerrechtswidrig, was Israel zurückweist.
 

Redaktion