Israel 30. Apr 2026

IDF-Truppen plündern angeblich im Südlibanon.

IDF-Soldaten in Südlibanon am Mittwoch.

Bericht von «Haaretz».  

Wie zuerst von «Haaretz» vermeldet, haben israelische Soldaten und Kommandeure gegenüber Journalisten des Mediums angeblich eingeräumt, dass IDF-Angehörige im Südlibanon weit verbreitete Plünderungen zivilen Eigentums – darunter Sofas, Fernseher, Motorräder und Teppiche – vorgenommen haben. Vorgesetzte hätten kaum disziplinarische Massnahmen dagegen ergriffen.

Plünderungen konnten angeblich zunehmen, weil Posten der Militärpolizei, die zuvor an den Ausfallstrassen aus dem Südlibanon positioniert waren, um Plünderungen zu verhindern, abgezogen wurden. An anderen Übergängen nach Israel seien von vornherein keine Posten stationiert worden. Soldaten sollen berichtet haben, dass selbst Kommandeure, die diese Praxis verurteilen, dagegen keine disziplinarischen Massnahmen ergreifen: «Wenn es keine Bestrafung gibt, ist die Botschaft eindeutig», so «Haaretz».

Sowohl reguläre Soldaten als auch Reservisten sollen grosse Mengen zivilen Eigentums aus Wohnhäusern und Geschäften im Südlibanon geplündert und weggeschafft haben. Nach Aussagen von Soldaten und Kommandeuren vor Ort soll der Diebstahl von Motorrädern, Fernsehern, Gemälden, Sofas und Teppichen mittlerweile zur Routine geworden sein.

Die IDF erklärte auf entsprechende Nachfragen, sie ergreife bei Bedarf disziplinarische und strafrechtliche Massnahmen und die Militärpolizei führe «an den Grenzübergängen im Norden bei der Rückkehr aus den Kampfgebieten» Kontrollen durch».

Während des Krieges im Gazastreifen wurde Israel mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Die Menschenrechtsorganisation «Euro-Med Human Rights Monitor» hat nach eigenen Angaben umfangreiche und systematische Plünderungen palästinensischer Wohnhäuser und Geschäfte im Gazastreifen durch israelische Streitkräfte dokumentiert und schätzt den Wert des gestohlenen Bargelds, Goldes und von Wertgegenständen auf mehrere zehn Millionen Dollar (Link).

Andreas Mink