Wien 21. Apr 2026

Gegen Israel-Teilnahme

Mehr als 1100 Künstler fordern Boykott des Eurovision Song Contest 2026.  

Mehr als 1100 Musikerinnen, Musiker und Kulturschaffende haben in einem offenen Brief zum Boykott des Eurovision Song Contest 2026 aufgerufen, sollte Israel weiterhin am Wettbewerb teilnehmen dürfen. Das berichtet die israelische Tageszeitung «Haaretz».
Die Initiative, organisiert von der Kampagne „No Music for Genocide“, verlangt von der European Broadcasting Union, den israelischen öffentlich-rechtlichen Sender Kan vom Wettbewerb auszuschliessen. Andernfalls sollen Künstler, Sender, Crew-Mitglieder und auch das Publikum dem Event fernbleiben. 
Zu den Unterzeichnern zählen international bekannte Namen wie Brian Eno, Massive Attack oder Roger Waters. In dem Schreiben werfen sie der EBU „Doppelmoral“ vor: Während Russland seit dem Angriff auf die Ukraine ausgeschlossen sei, dürfe Israel trotz des Gaza-Kriegs weiterhin teilnehmen. 
Die Unterzeichner erklären, sie wollten nicht „mitschuldig“ sein und kritisieren, der Wettbewerb werde genutzt, um israelische Politik zu „normalisieren“ oder „weisszuwaschen“. 
Die EBU hält bislang an Israels Teilnahme fest und verweist auf ihre Regularien. Bereits im Vorfeld hatten mehrere europäische Rundfunkanstalten angekündigt, den Wettbewerb zu boykottieren, falls Israel zugelassen wird. 
Der Eurovision Song Contest 2026 wird im Mai in Wien stattfinden und steht damit erneut im Spannungsfeld politischer Auseinandersetzungen rund um den Nahostkonflikt.
 

Redaktion