Israel 16. Sep 2026

Filmschaffende solidarisieren sich

Ein Wandgemälde, das die Co-Regisseure Yuval Avraham und Rachel Szor als Verräter betitelt und mit Fadenkreuzen zeigt.  

Mehr als 200 israelische Filmschaffende haben eine Petition zur Unterstützung von Yuval Abraham und Rachel Szor unterzeichnet.   

Die Regisseure des Gaza-Dokumentarfilms «NAZA» waren nach dessen Auszeichnung in Venedig von israelischen Politikern scharf angegriffen und bedroht worden.
Zu den Unterzeichnenden gehören prominente Regisseure wie Ari Folman, Shlomi Elkabetz, Ran Tal und Michal Aviad. «Die zentrale Aufgabe von Kunst und Journalismus besteht darin, der Gesellschaft, in der sie existieren, einen Spiegel vorzuhalten», heisst es in der Petition. Die Filmschaffenden warnen vor einer Kampagne der Hetze, die zunehmend auch die persönliche Sicherheit der beiden Regisseure gefährde.
«NAZA» basiert auf Aussagen von 24 israelischen Soldaten, Offizieren und Geheimdienstmitarbeitern. Sie berichten über Überwachung, Zielauswahl und Luftangriffe im Gazakrieg sowie über den Einsatz künstlicher Intelligenz. Der Titel bezieht sich auf die hebräische militärische Abkürzung für «Kollateralschaden», also die erwartete Zahl getöteter Zivilisten bei einem Angriff. Der Film wurde beim Filmfestival von Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.
Israels Kulturminister Miki Zohar bezeichnete das Werk als «Verrat» und kündigte an, den Entzug der israelischen Staatsbürgerschaft der Filmemacher zu verlangen. Auch Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verurteilte den Film. Die israelische Armee weist die darin erhobenen Vorwürfe zurück. Die Petition kritisiert, dass zahlreiche Politiker den Film verurteilt hätten, ohne ihn gesehen zu haben. Sie fordert eine Aufführung in Israel und eine offene Diskussion über das Vorgehen der Armee im Gazakrieg. Die Zahl der Unterzeichnenden stieg inzwischen israelischen Medien zufolge auf mehr als 1000. 
 

Redaktion