Robert Kraft verteidigt Auftritts-Sperre für den Israel-kritischen Rapper; Ed Sheehan erklärt sich für «unschuldig» für die Ausladung von Macklemore bei seiner US-Tournee.
Gestern Dienstag hat der Sänger Ed Sheeran auf Social Media zu der Ausladung des Rappers Macklemore von den zehn weiteren Veranstaltungen seiner USA-Tournee Stellung genommen. Sein eigenes Schweigen zum Gaza-Krieg bedeute nicht, dass ihm das Thema gleichgültig sei. Die Entfernung von Macklemore war am Montag von dem Konzert-Veranstalter Messina Touring Group bekannt gemacht worden. Macklemore publizierte anschliessend eine Erklärung, in der er Sheeran vorwarf, an seiner «typische unpolitischen Haltung» festgehalten zu haben. Dies sei angesichts der Leiden der Palästinenser in Gaza nicht tragbar.
Sheeran betont nun, seine Zurückhaltung bei kontroversen politischen Themen geschehe im Sinne seiner Fans und sei kein Zeichen von Gleichgültigkeit: «Nach Macklemores Auftritten bei meinen Konzerten in New Jersey teilten mir Veranstalter der kommenden Tourdaten mit, dass sie die Konzerte absagen würden, wenn er weiterhin als Support-Act aufträte». Die Kritik an Macklemore beruhe nicht zuletzt auf der Art und Weise, wie dieser seine «Botschaft» an Konzerten vermittelt habe.
Der Rapper hatte bei zwei Auftritten der Sheehan-Tournee die Parole «Free Palestine» ins Publikum gerufen. Sheehan erklärt, er habe «die ganze Woche über ausführlich mit den Veranstaltern gesprochen, um eine Brücke zu schlagen... Ich führte auch direkte Gespräche mit Veranstaltern sowie Aktivisten beider Seiten, um eine für alle akzeptable Lösung zu finden, doch die Entscheidung der Veranstaltungsorte und des Tourveranstalters war endgültig.» Diese sei die Entscheidung des Veranstalters gewesen: «es war nicht meine. Macklemores Vertrag für die Tour bestand mit dem Veranstalter, nicht mit mir.» Weiter schreibt Sheehan: «Ich bin nicht mitschuldig. Ich habe meine persönlichen Ansichten zu diesem verheerenden Konflikt. Nur weil ich nicht öffentlich darüber spreche, heisst das nicht, dass ich keine Meinung dazu habe oder dass es mir gleichgültig ist» (https://www.thejc.com/news/usa/not-complicit-ed-sheeran-macklemore-b1vd…
Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass der Druck auf die Veranstalter nicht zuletzt von Robert Kraft ausging. Der Eigner des Football-Clubs «Patriots» und des Gillette-Stadions in Boston ist mit der von ihm gegründeten «Blue Square Alliance Against Hate» gegen Antisemitismus aktiv und teilt mit, die Entscheidung, Macklemores Auftritt in dem Stadion zu verhindern, sei eine Reaktion auf dessen «jüngste Handlungen» sowie dessen «Vergangenheit mit antisemitischer Rhetorik und Bildsprache». Der Rapper habe eine Grenze überschritten, die das Stadion nicht tolerieren werde: Das Gillette-Stadion wolle «sicherzustellen, dass Veranstaltungen in unserem Haus keine Plattform für Hassrede bieten.» Macklemores jüngsten Handlungen und seine längere Vorgeschichte seien «für die jüdische Gemeinschaft zutiefst beleidigend und verletzend».
Kraft betont: «Bei dieser Entscheidung geht es nicht darum, das Leid unschuldiger Palästinenser zu schmälern oder irgendjemandem das Recht abzusprechen, sich für sie einzusetzen. Ihr Schmerz und ihr Verlust sind real. Doch dieses Engagement darf nicht zulasten der jüdischen Gemeinschaft gehen oder die Verantwortung der Hamas verschleiern.» Er sei indes bereit, «sich mit Macklemore zusammenzusetzen und die Fakten zu erörtern, denn letztlich verfolgen wir dasselbe Ziel: Frieden für alle Menschen, ein Ende des Leids und ein Ende jeglichen Hasses» (Link).
Ein Blick auf Social Media zeigt indes, dass der Disput um das «Cancelling» Macklemores «Botschaft» eine enorme, anhin unbekannte Aufmerksamkeit beschert (Link)