Angebliche Gespräche um Unterstützung für Saudi-Arabien gegen Huthi-Offensive.
Die überraschend effektive Offensive der Huthis entlang der jemenitischen Küste zur Meeresenge von Bab-al-Mandeb und auf saudische Öl-Infrastruktur haben laut Informationen der «Jerusalem Post» und anderer Medien zu einer ungewöhnlichen Zusammenkunft geführt. Demnach haben Vertreter Israels und Saudi-Arabiens unter Vermittlung des für Nahost zuständigen US-Zentralkommandos (CENTCOM) gestern Dienstag Gespräche über eine nachrichtendienstliche Unterstützung Riads im Kampf gegen die Huthi abgehalten. Zuvor hatte eine saudische Delegation unter Kronprinz Mohammed bin Salman Al Saud den Chef des US-Zentralkommandos, Admiral Brad Cooper, getroffen.
Die Huthi-Offensive löst nicht nur bei den Saudis, sondern auch bei anderen Ländern der Region grosse Besorgnis aus. Demnach könnten die USA im Alleingang Vereinbarungen mit Iran und den Huthi treffen, also traditionelle Alliierte wie Saudi-Arabien «im Regen stehen lassen».
Die IDF hat die Huthi wiederholt angegriffen und dabei nachrichtendienstliche und operative Fähigkeiten im Süden der arabischen Halbinsel demonstriert, aber auch die Amerikaner mit Lageberichten über Standorte iranischer Streitkräfte an der Strasse von Hormus unterstützt.
Die Saudis suchen mutmasslich nachrichtendienstliche Hilfe zu Bewegungen und Stützpunkten der Huthi. Laut «Bloomberg News» hat Riad auch Grossbritannien um militärische Unterstützung gegen die Huthi ersucht. Premier Andy Burnham hat angeblich nur die Entsendung britischer Militärberater nach Saudi-Arabien bewilligt.
Für das saudisch-amerikanische Verhältnis könnte die aktuelle Krise schwerwiegende Folgen haben. Trump hat jüngst angeblich auf Druck Israels einen Rückzieher bei einer Unterstützung der Saudis bei der Entwicklung eines zivilen Atomprogramms gemacht und dies an eine Normalisierung zwischen Saudi-Arabien und Israel geknüpft. Die Saudis bestehen dabei indes auf einen klaren Weg hin zu einer Zweistaaten-Lösung im Palästina-Konflikt, was für die Netanyahu-Regierung inakzeptabel ist.
Eine Kooperation mit Israel gegen die Huthi wäre für das Standing der Al-Saud-Dynastie als Hüter der Heiligen Stätten des Islam Mekka und Medina ausserordentlich brisant und würde den als «Vorstreiter für Palästina» positionierten Huthi Propaganda-Material liefern (Link).