USA 16. Sep 2026

Achtung, Baal!

Der stellvertretenden US-Aussenminister Chris Landau,

Merkwürdige Aktion des stellvertretenden US-Aussenministers Chris Landau sorgt für «Augenrollen» unter Diplomaten.  

Wie zuerst von «Axios» vermeldet, hat der zweithöchste Beamte des US-Aussenministeriums Mitte August eine geplante internationale Ausstellung gestoppt, weil diese eine Stierstatue zeigen sollte. Chris Landau befürchtete, diese könne an den aus der Bibel bekannten, heidnischen Gott Baal erinnern, der neuerdings mit satanischen Kinderopfern in Verbindung gebracht wird.

Interne Kritiker rufen Landau «eigenwillige Interessen» nach und werfen ihm vor, seine Arbeitszeit mit dem Konsum von Social Media zu verschwenden. Auslöser war eine für das kommende Jahr im serbischen Belgrad geplante internationale Ausstellung. Dabei war geplant, dass die USA einen Stier präsentieren, als Symbol des Westens und boomender Börsen. Am 19. August intervenierte Landau dazu per E-Mail an Mitarbeiter. Er sei besorgt «wegen der Darstellung des Goldenen Stiers!» Nach kurzer Internet-Recherche halte er die Statue für eine Ablenkung: «Das Goldene Kalb aus der Bibel wird oft als goldener Stier dargestellt.» 

Landau fügte Hyperlinks zu Fussnoten und Bildern der Verehrung goldener Stiere an und beleuchtete sowohl die antike Geschichte Baals als auch «moderne kulturelle Vergleiche»: «Die Symbolik des goldenen Stiers oder Kalbs wird heutzutage häufig metaphorisch verwendet», schrieb er. «Kritiker und Kommentatoren vergleichen beispielsweise bisweilen die moderne Fixierung auf Finanzen – versinnbildlicht durch die berühmte Statue des `Charging Bull´ an der Wall Street – mit der antiken Verehrung materieller Götzen.»

Die E-Mail soll im State Department «Augenrollen und Kichern» ausgelöst haben. Das Stier-Projekt wurde vorerst auf Eis gelegt, während Beamte des Ministeriums angeblich weiter beraten, wie diese «interessant und zugleich frei von satanischen Anklängen gestaltet werden könnte».

Online haben Erwähnungen von Baal im Zuge einer Welle von Antisemitismus zugenommen, die laut «Axios» mit iranischer Propaganda und Verschwörungstheorien rund um die Jeffrey-Epstein-Akten in Verbindung gebracht werden. So habe Epstein angeblich ein Bankkonto mit dem Namen «Baal» besessen. Ein Faktencheck von Yahoo ergab jedoch, dass es sich dabei um einen Fehler bei der KI-gestützten Texterkennung handelte; das Wort hätte eigentlich «Bank» lauten müssen. 

Kurz vor den Angriffen der USA und Israels am 28. Februar organisierte die iranische Führung landesweit Kundgebungen, bei denen Menschen Bildnisse des Baal verbrannten. Das Regime brachte dieses Symbol gezielt mit Epstein und einem angeblichen Kult um Kinderopfer in Verbindung (Link).

Landau hat an Harvard Jus studiert und ist über den in Wien geborenen und ebenfalls als Diplomat tätigen Vater George Walter Landau jüdischer Herkunft, wuchs jedoch katholisch auf (Link).
 

Andreas Mink