Folge des Schlagabtausches mit Iran.
Laut der regionalen Plattform «Amwaj» reagieren die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf den Schlagabtausch mit Iran nach den israelisch-amerikanischen Angriffen auf die Islamische Republik ab dem 28. Februar mit einem Nachdoppeln bei ohnehin laufenden Anstrengungen für eigene Rüstungsanstrengungen. So habe Abu Dhabi jüngst den Start einer neuen Freihandelszone für die Verteidigungsindustrie namens «Al Selmiyyah» lanciert. Diese wird gemeinsam von dem staatlichen, seit 1992 bei der Wirtschaftsentwicklung führenden Tawazun Council (Link) und dem staatlichen Infrastrukturkonzern AD Ports Group (Link) entwickelt.
Daneben gleist Tawazun ein neues Programm zur Förderung von Unternehmertum in den Bereichen Verteidigung, KI und Dual-Use-Technologien auf. Insgesamt würden sich die VAE damit zunehmend auf die Fortentwicklung ihres für die eigene Rüstungswirtschaft notwendigen industriellen Ökosystems konzentrieren. Zuvor hatten auch die Emirate wie andere Golfstaaten modernste Rüstungstechnik im Ausland eingekauft, vorwiegend in den USA, aber neuerdings auch in China. Die VAE setzen zudem auf eine Kooperation mit Israel.
Der Bericht zitiert VAE-Insider, wonach bereits über 85 Prozent der vom Iran abgefeuerten Drohnen durch Systeme neutralisiert worden seien, die von emiratischen Rüstungskonzernen entwickelt wurden. Dieser Erfolg ermutige den forcierten Ausbau des Sektors. Dabei stellen Vertreter der VAE «Al Selmiyyah» als Teil umfassenderer Bemühungen dar, «souveräne Fähigkeiten» zu stärken und eine «fortschrittliche und nachhaltige nationale industrielle Verteidigungsbasis» zu schaffen. Dies soll freilich im Verein mit Firmen aus dem Westen, aber auch neuen Partnern wie dem südkoreanischen Unternehmen LIG Defence and Aerospace geschehen.
Zudem schlossen die VAE ein Abkommen mit dem brasilianischen Hersteller Embraer über die Lieferung von bis zu 20 Transportflugzeugen des Typs C-390 Millennium, wobei lokale Partner in die Wartungs- und Unterstützungsleistungen einbezogen werden sollen. Die VAE entwickeln zudem bereits Partnerschaften mit dem brasilianischen Unternehmen SIATT und dem italienischen Konzern Leonardo im Bereich Cyber- und Radartechnologie angestrebt hat.
Laut dem International Institute for Strategic Studies (IISS) verfügen die VAE daher bereits über «die fortschrittlichste rüstungsindustrielle Basis der arabischen Welt» in Bereichen, die von gepanzerten Fahrzeugen und Munition bis hin zu Marineplattformen und präzisionsgelenkter Munition reichen.
Allerdings notieren Experten, «der Aufbau eines echten Innovations-Ökosystems im Verteidigungsbereich» sei ein langfristiger, mit Unwägbarkeiten verbundener Prozess. Trotz rascher Fortschritte seien die VAE «weiterhin stark auf ausländische Partner, Fachwissen und Investitionen angewiesen» (Link).