Die ex-Vizepräsidentin erwägt eine dritte Präsidentschafts-Kandidatur und sucht Kontakt mit Zohran Mamdani und anderen Partei-Linken.
Bei ihrer ersten Präsidentschaftsbewerbung bei den Demokraten fiel Kamala Harris 2019 durch linke Positionen bei Trans-Rechten oder der Einführung eines staatlichen Gesundheitswesens auf. Nach ihrem frühen Scheitern politisierte sie als Vizepräsidentin unter Joe Biden und der kurzzeitigen zweiten Bewerbung gegen Trump deutlich moderater. Dies wurde ihr 2024 als Beleg für Opportunismus und Prinzipienlosigkeit ausgelegt.
Trotz dem deutlichen Scheitern gegen Trump denkt Harris angeblich ernsthaft über eine dritte Bewerbung für das Weisse Haus nach. Dazu scheint sie erneut nach Links zu schwenken – und dies vor allem bei dem grossen, neuen Thema der Linken (und vieler Rechter): Kritik an Israel. Laut «Axios» hat Harris jüngste ein vertrauliches Telefonat mit dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani geführt. Sie soll sich zudem ausführlich und hinter geschlossenen Türen mit führenden Köpfen des progressiven Lagers treffen – darunter auch pro-palästinensischen Aktivisten.
Harris rief Mamdani angeblich bereits vor acht Tagen an, um «über die Zukunft der Partei zu sprechen» und eine persönliche Begegnung zu arrangieren. Die 61-Jährige soll zuvor über zwei Monate gelegentlich Textnachrichten mit Mamdani ausgetauscht haben und kontaktierte ihn dann kurz nach den Erfolgen dreier von ihm persönlich unterstützten Kandidaten bei Vorwahlen zum US-Kongress in New York City. Bereits im April hat Harris in Chicago am Rande der Konferenz «Power Rising» – einer Veranstaltung zur Stärkung schwarzer Frauen – die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez getroffen, der allerdings eigene Ambitionen auf das Weisse Haus nachgesagt werden.
Harris und ihr Team haben zudem Kontakt zu pro-palästinensischen Aktivisten aufgenommen. Darunter soll mindestens eine Person aus der «Uncommitted»-Bewegung in Michigan sein. Diese Bürger häufig arabischer Herkunft hatten 2024 aufgrund der standhaften Unterstützung Bidens für Israel im Gaza-Krieg mit den Demokraten gebrochen und damit zum Sieg Trumps in dem wichtigen «Swing State» beigetragen.
Harris hatte bei ihrem Wahlparteitag 2024 verhindert, dass palästinensisch-amerikanische Stimmen offiziell zu Wort kamen. Ende Juni hat Harris dann in Detroit Abbas Alawieh getroffen. Der Mitbegründer der «Uncommitted»-Bewegung kandidiert nun als Demokrat für einen Sitz im Senat von Michigan. Alawieh teilte «Axios mit», Harris habe das Treffen initiiert, nachdem sie bereits monatelang private Gespräche mit ihm geführt hatte (Link).