Unklare Konsequenzen des Seitenwechsels von Haley Stevens; neue Enthüllungen über Lobbyisten für Israel im Team des Republikaners Mike Rogers.
Bei einer Gemeinschaft von rund 125'000 Menschen machen jüdische Stimmberechtigte in Michigan nur 1,4 Prozent der Wählerschaft aus. Allerdings fallen Entscheidungen dort oft sehr knapp aus – obwohl der Israel-Kritiker Abdul El-Sayed bei Umfragen bis zu elf Prozent vor dem Republikaner Mike Rogers rangiert.
Schon vor dem überraschenden Seitenwechsel der Demokratin Haley Stevens zu Rogers (siehe topnews vom Montag) hatte die «Republican Jewish Coalition» rund 50'000 jüdische Wähler vor allem in und um Detroit gezielt für Rogers angesprochen, die Stevens bei den demokratischen Vorwahlen gegen El-Sayed unterstützt hatten.
Laut dem «Forward» ist ihr Seitenwechsel unter jüdischen Linksliberalen hoch umstritten. Kritiker werfen ihr vor, der Partei und dem Land zu schaden. So erklärte die demokratische Senatorin Elissa Slotkin auf X: «Wer eine so wichtige Wahl zur eigenen Sache macht – anstatt die Menschen in Michigan und unsere Demokratie in den Mittelpunkt zu stellen –, sollte sich ernsthaft fragen, ob er wirklich dem Gemeinwohl dient».
Der «Jewish Democratic Council of America» hatte El-Sayed im Wahlkampf demonstrativ nicht unterstützt. Nun erklärte die Geschäftsführerin Halie Soifer jedoch: «Eine Stimme für irgendeinen Republikaner im Jahr 2026 ist eine Stimme für Donald Trump» (Link).
Stimmen der unabhängigen Allianz «Nonnegotiable Michigan» aus jüdischen Geistlichen und Linksliberalen schlagen dagegen vor, weder Rogers, noch El-Sayed zu wählen – sondern stattdessen den Namen der Dichterin Emma Lazarus auf Stimmzettel zu schreiben (Link).
Daneben berichtet «Dropsitenews», dass zwei Kader von Rogers in den USA offiziell als «Lobbyisten für den Staat Israel» registriert sind. Dabei handele es sich um Abigail Ronson, eine Sprecherin des Wahlkampfteams von Rogers. Sie ist laut Berichten an die US-Wahlbehörde FEC für eine Firma namens «Convergence Media» tätig, die von Rogers´ Team bezahlt wird. Ronson war zuvor für den Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, tätig und liess sich im Mai zudem als Angestellte des israelischen «HAVAS Media Network» registrieren. Dieses arbeitet mit Brad Parscale und dessen Unternehmen «Clocktower X LLC» zusammen, so der Bericht. Parscale war lange für Trump tätig.
Daneben soll mit Jesse Stokes ein weiterer Mitarbeiter von Convergence Media für Rogers tätig sein. Stokes soll sich vor einem Jahr ebenfalls als «ausländischer Agent» für Israel registriert haben (Link).