Israeli beantragen deutsche Staatsbürgerschaft.
Wie von «Bild.de» vermeldet, nehmen Anträge von Israelis auf deutsche Pässe deutlich zu. Wurden vor fünf Jahren nur 1025 Staatsangehörige Israels eingebürgert, habe sich die Zahl nach Angaben des Bundesinnenministerium auf 4275 im Jahr 2024 vervierfacht.
Besonders beliebt ist dabei Berlin mit einer verdreifachten Einbürgerung auf 202. Dort ist die Zahl der ansässigen Israelis seit dem7. Oktober 2023 stetig von 4039 im gleichen Jahr auf zuletzt 4559 gestiegen.
Der Berliner CDU-Abgeordnete Timur Husein sieht dies als «Vertrauensbeweis», aber auch als Verpflichtung, «dem Antisemitismus entschlossen entgegen zu treten». Die Berliner Polizei hat 2025 insgesamt 2267 antisemitische Straftaten und zunehmend gewalttätige Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt registriert.
Der Bericht zitiert den aus Israel stammenden Historiker Dekel Peretz, der im Vorjahr am Tag der Deutschen Einheit die Staatsangehörigkeit beantragt habe: «Für mich war entscheidend, dass ich auch meinen alten Pass behalten kann, denn meine ganze Familie lebt in Israel.» Er lebt seit rund 20 Jahren in Berlin und forscht zu jüdisch-muslimischen Begegnungen: «Ich arbeite für eine jüdische Zukunft hier in Berlin und Deutschland. Da liegt es auf der Hand, dass ich dazugehören will.»
Das Bundesinnenministerium sieht hinter der Zunahme der Einbürgerungen ein Gesetz, wonach Nachfahren von geflüchteten NS-Verfolgten seit August 2021 einen gesetzlichen Anspruch auf einen deutschen Pass haben – selbst wenn ihre Vorfahren in der Nazizeit ausgebürgert worden sind. Nachkommen dieser Familien können heute ihre Einbürgerung aus dem Ausland beantragen. Allerdings leben von den 4275 im Jahr 2024 eingebürgerten Israelis 3640 überwiegend im Ausland – und nicht in der neuen Wahlheimat (Link).