USA – Politik 23. Apr 2026

Dershowitz verlässt die Demokraten

Alan Dershowitz

Der prominente Jurist wirft den Linksliberalen im «Wall Street Journal» Antisemitismus und extreme Feindseligkeit gegenüber Israel vor.  

Alan Dershowitz hat in «den sauren Apfel gebissen» und beschlossen, die Demokratische Partei zu verlassen und den Republikanern beizutreten. Dies verkündet der 87-jährige Anwalt von Trump, Jeffrey Epstein und anderen Prominenten mit juristischen Problemen in einem Meinungsbeitrag beim «Wall Street Journal». Der ehemalige Harvard-Professor sei «lebenslanger Demokrat» gewesen. Doch die Unterstützung von 40 Demokraten im US-Senat für ein Waffenembargo gegen Israel in der vergangenen Woche sowie die anti-israelische Rhetorik des Senatskandidaten aus Michigan, Abdul el-Sayed, habe ihm nur noch den Austritt gelassen: «Es lässt sich nicht leugnen, dass der hart linke, anti-israelische Flügel der Demokratischen Partei vom Rand in die Mitte der Partei gerückt ist.» 

Die Republikaner hätten «zwar ihren eigenen antisemitischen Rand, doch bleibt dieser vorerst ein Randphänomen». Angesichts der zunehmend rabiaten Töne rechter Medien-Figuren von Tucker Carlson über Alex Jones bis Nick Fuentes gegen Israel und jüdische Amerikaner erscheint diese Einschätzung fragwürdig.

Aber Dershowitz hatte Trump bereits während dessen erstem Amtsenthebungsverfahren verteidigt und sich in den letzten Jahren – insbesondere in Sachen Israel – zunehmend von den Demokraten distanziert. 2021 nominierte er Jared Kushner für dessen Rolle bei den Abraham-Abkommen für den Friedensnobelpreis. Nun bezeichnet der Starjurist die Demokraten als die «Israel-feindlichste Partei in der Geschichte der USA». Die «Feindseligkeit der Demokratischen Partei gegenüber Israel» stelle «eine tiefgreifendere und gefährlichere Abkehr von der politischen Mitte hin zu einem radikalen Kurs dar – ein Kurs, der schädlich für Amerika und die freie Welt ist.» Er werde bei den Zwischenwahlen im November «hart daran arbeiten, zu verhindern, dass die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat erlangen» (Link).

Andreas Mink