USA – Politik 13. Mai 2026

Demokratischer Richter in Pennsylvania verlässt Partei

David Wecht

Kritik an antisemitischen Tendenzen.  

Am Montag hat David Wecht, ein Richter am Obersten Gerichtshof von Pennsylvania, seinen Austritt aus der Demokratischen Partei erklärt. Als Grund nannte der 63-Jährige die «Duldung von Judenhass» in der Organisation.

Wecht gehörte der liberalen Mehrheit von 5 zu 2 Stimmen am Gericht an und wurde im November für eine zweite, zehnjährige Amtszeit wiedergewählt. Für diese Wahl investierten Spender der Demokratischen Partei – und die Partei selbst – Millionen Dollar. Wecht erklärte, er sei nun bei keiner Partei mehr registriert.

Der Richter aus Allegheny County war vor 25 Jahren stellvertretender Vorsitzender der Demokraten in Pennsylvania. Er wurde in der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh getraut. Nun erklärte Wecht, der Todesschütze des dortigen Massakers im Jahr 2018 sei von Rechtsextremismus motiviert gewesen. Doch neuerdings habe «derselbe Hass auch auf der Linken zugenommen». Weiter warf Wecht seiner ehemaligen Partei vor: «Nazi-Tattoos, dschihadistische Parolen, Einschüchterungen und Angriffe auf Synagogen sowie andere hasserfüllte antijüdische Hetze und Handlungen werden ignoriert und sogar verharmlost». Denn «die Duldung von Judenhass ist unter Aktivisten, Führungskräften und sogar vielen gewählten Amtsträgern der Demokratischen Partei erschreckend weit verbreitet. Das kann ich nicht länger hinnehmen.»

Die Anspielung auf «Nazi-Tattoos» bezieht sich offenbar auf Graham Platner, den voraussichtlichen demokratischen Kandidaten für den US-Senat aus Maine, dessen SS-Totenkopf-Tattoo im vergangenen Jahr für Aufsehen sorgte.

Die Demokraten in Pennsylvania haben zunächst keine offizielle Stellung zu Wechts Austritt bezogen. Doch sein Parteikollege John Fetterman erklärte auf X: «Die Demokratische Partei muss sich ihrem wachsenden Antisemitismusproblem stellen.» Der US-Senator wies Gerüchte um eigene Absichten zu einem Parteiaustritt – oder gar -Wechsel – zurück: «Aber ich verstehe Davids persönliche Entscheidung voll und ganz» (Link).

Andreas Mink