Der Holocaust-Überlebende wurde 101 Jahre alt.
Wie Behörden in seiner Heimatregion gestern Dienstag mitteilten, ist im ostfriesischen Leer im Alter von 101 Jahren Albrecht Weinberg verstorben. Er wurde am 7. März 1925 in Rhauderfehn bei Leer geboren und von den Nazis nach Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen deportiert. Weinberg hat die Lager und anschliessend drei Todesmärsche Ende des Zweiten Weltkriegs überlebt. Der den Grossteil seiner Familie wurde von den Nazis ermordet.
Weinberg war nach seiner Befreiung in die USA ausgewandert, kehrte vor 14 Jahren jedoch nach Leer zurück. Er war dort und in der weiteren Region unermüdlich als Zeitzeuge nicht zuletzt an Schulen aktiv. Vor wenigen Wochen konnte er mit zahlreichen Gästen an der Premiere eines Films über sein Leben mit dem Titel «Es ist immer in meinem Kopf» teilnehmen.
Weinberg hatte im vergangenen Jahr erklärt, dass ihn die Erinnerungen an seine Verfolgung und die Lager nach wie vor quälten: «Ich schlafe damit ein, ich wache damit auf, ich schwitze, ich habe Albträume – das ist meine Gegenwart.» Er äusserte zudem Sorge über die Entwicklung Deutschlands nach dem Ableben von Zeitzeugen wie ihm selbst: «Wenn meine Generation nicht mehr auf dieser Welt ist, wenn wir von der Bildfläche verschwunden sind, dann kann die nächste Generation es nur noch aus Büchern nachlesen.»
Weinberg wurde 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, gab diese Ehrung jedoch im vergangenen Jahr aus Protest gegen einen Bundestags-Antrag des heutigen Bundeskanzlers Friedrich Merz für eine deutlich stärkere Zurückweisung von Migranten an den deutschen Grenzen zurück. Der Antrag war mit Unterstützung der AfD verabschiedet worden (Link).