USA 01. Apr 2026

Bundesrichter urteilt gegen University of Pennsylvania

Die Institution muss der Trump-Regierung Listen ihrer jüdischen Mitarbeitenden übergeben.

Gestern Dienstag hat der Bundesrichter Gerald J. Pappert entschieden, dass die University of Pennsylvania Listen jüdischer Angestellter an die Trump-Regierung herausgeben muss – dies im Rahmen einer Untersuchung des Erziehungsministeriums zu Antisemitismus auf ihrem Campus. Das Urteil bedeutete einen schweren Rückschlag für UPenn und ihre jüdische Führung, die bereits im Januar beim Gericht gegen eine auf 2023 zurückgehende Forderung der staatlichen Bürgerrechts-Stelle Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) zu jüdischen Mitarbeitenden Einspruch erhoben hatte. Auslöser war eine EEOC-Untersuchung zum den Umgang der Universität mit Antisemitismus-Beschwerden jüdischer Mitarbeiter.

In einem 32-seitigen Urteil wies Richter Pappert die Argumente der Universität sowie jüdischer Gruppen auf dem Campus zurück; diese hatten in separaten Schriftsätzen erklärt, die Forderungen der Trump-Regierung seien «beunruhigend und verfassungswidrig». Pappert wirft der Uni und deren Unterstützern übertriebene Emotionalität und «Vergleiche mit dem Holocaust und der Erstellung von `Judenlisten´ durch die Nationalsozialisten» vor: «Solche Behauptungen sind bedauerlich und unangebracht.»

Das EEOC-Ersuchen verfolge «doch einen nachvollziehbaren Zweck: auf eng gefasste Weise – und nicht etwa durch die Abfrage von Daten zu sämtlichen Universitätsmitarbeitern – Informationen über jene Personen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft der Universität zu erlangen, die am Arbeitsplatz möglicherweise Antisemitismus erlebt oder beobachtet haben».

Die University of Pennsylvania sowie die Führung der auf dem Campus vertretenen Organisationen Chabad, Hillel und MEOR reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme. Die Leiter dieser jüdischen Gruppen hatten sich der Universität angeschlossen, um gemeinsam gegen das Ersuchen der Regierung Trump vorzugehen.

Die Regierung hat in den vergangenen Wochen ihr Vorgehen gegen Antisemitismus-Vorwürfe an führenden Bildungseinrichtungen im ganzen Land intensiviert, etwa durch Diskriminierungsklagen gegen Harvard und die University of California Los Angeles.


 

Andreas Mink