Tel Aviv 06. Sep 2026

Bündnis von Tropper und Hendel zerbricht

Chili Tropper und Yoaz Hendel.

Kurz vor Ablauf der Frist zur Einreichung der Wahllisten ordnet sich Israels Parteienlandschaft erneut neu. 

Das erst im Juli geschlossene Mitte-rechts-Bündnis von Chili Tropper und Yoaz Hendel ist zerbrochen. Tropper soll sich nun mit seiner Partei Gadi Eisenkots Liste Jaschar anschliessen.

Tropper dürfte einen Platz unter den ersten fünf Kandidaten erhalten. Auch Shira Shapira, die Mutter des am 7. Oktober 2023 getöteten Aner Shapira, und der Reservist Elisaf Peretz sollen auf aussichtsreichen beziehungsweise zumindest potenziell wählbaren Listenplätzen antreten. Eisenkot will seine vollständige Liste am Montag präsentieren.

Hendel und seine Reservistenpartei werden sich Eisenkot dagegen nicht anschliessen. Tropper und Hendel erklärten, künftig getrennte politische Wege zu gehen; ihre inhaltliche Verbundenheit und langjährige Freundschaft bestünden jedoch weiter. Das Bündnis «Zionistisches Haus» hatte in den Umfragen zuletzt die Sperrklausel von 3,25 Prozent verfehlt.

Der frühere Generalstabschef Eisenkot festigt damit seine Position als wichtigster Herausforderer von Ministerpräsident Binyamin Netanyahu. Während er sein Mitte-Lager erweitert, bleibt das rechte Parteienspektrum zersplittert. Netanyahu versucht deshalb, kleinere Parteien vor der Wahl vom 27. Oktober zu Zusammenschlüssen zu bewegen, damit möglichst keine Stimmen unterhalb der Sperrklausel verloren gehen. Die Parteien müssen ihre endgültigen Kandidatenlisten bis Dienstag einreichen. 

Redaktion