Iran-Krieg 02. Jul 2026

Aufhebung von Sanktionen statt Hormus-Zöllen

Die Meerenge von Hormus.

Bericht über amerikanische Verhandlungsziele bei neuer Runde in Doha.  

Bei der neuen Gesprächsrunde zwischen amerikanischen und iranischen Unterhändlern in Doha drängt Washington angeblich auf eine Beilegung der seit Jahrzehnten laufenden Kontroversen über das Atomprogramm der Islamischen Republik: Dabei würden Teheran eine Aufhebung von Sanktionen und damit rasch grosse Summen eingefrorener Gelder und neue Geschäfte mit dem Westen winken. Mit diesem Argument wollen die Amerikaner laut «Axios» Teheran zum Verzicht auf ein neues Gebührensystem in der Meerenge von Hormus bewegen. Gleichzeitig nehmen Meldungen über Verhandlungen zwischen Oman und Iran über ein ebensolches, gemeinsames «Zoll-Regime» für Hormus zu.

Tatsächlich stecken die Gespräche laut der Meldung zwei Wochen nach Verkündung einer 60-Tage-Frist dazu in Kontroversen über die Absichtserklärung des laufenden Waffenstillstands. Momentan läuft zudem ein neues Stillhalteabkommen nach Schusswechseln am letzten Wochenende. Dieses endet am kommenden Wochenende. So könnte zu den Feuerwerken am 4. Juli in den USA ein erneuter Schlagabtausch rund um Hormus kommen.

Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner führen seit Dienstag Gespräche mit Vertretern Katars, die als Vermittler zum Iran fungieren. Laut regionalen Quellen laufen diese Treffen jedoch positiv und hätten den Weg für die technischen Gespräche geebnet. Es ist unklar, ob Witkoff und Kushner direkten Kontakt zu iranischen Beamten hatten.

Der US-Präsident bringt gleichzeitig mit neuen Drohungen gegen Iran Verwirrung in die Gespräche. Gestern Mittwoch hat «Al-Arabiya» indes berichtet, in Doha sei eine Einigung über die Freigabe der ersten Tranche der in Katar eingefrorenen iranischen Gelder erzielt worden. Dabei würde es sich um drei Milliarden Dollar handeln. Die Gelder sollen angeblich der iranischen Zentralbank für den Kauf humanitärer Güter frei stehen, von denen zumindest ein Teil aus den USA stammen solle. US-Offizielle dementierten diesen Bericht.

Weiter sollen die US-Unterhändler der iranischen Seite mitgeteilt haben, man wolle Israel weiterhin zur Zurückhaltung zu bewegen und sicherzustellen, dass es die Waffenruhe im Libanon einhält. Der israelische Rückzug aus zwei Pilotzonen im Südlibanon stellen einen ersten Schritt dar, der bei ordnungsgemässer Umsetzung zu weiteren Rückzügen führen könne.

Wenig hilfreich scheinen hier Provokationen des iranischen Aussenminister Abbas Araghchi am Mittwoch auf X: «Der US-Präsident hat zugesagt, dass die USA ihre Schosshunde in Tel Aviv an die Kandare nehmen. Sollten sie ihren Herrn ignorieren, wird der Iran sie zur Ordnung rufen» (Link).
 

Andreas Mink