Vorwurf der antisemitischer Hetze.
Eine pro-israelische Organisation hat in Spanien Strafanzeige gegen das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía eingereicht. Der Vorwurf: Das staatliche Museum habe durch Programm und Verhalten gegenüber jüdischen Besucherinnen antisemitischen Hass gefördert.
Die Organisation ACOM reichte die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Madrid ein. Sie richtet sich auch gegen Museumsdirektor Manuel Segade und stützt sich auf Artikel 510 des spanischen Strafgesetzbuches, der die Aufstachelung zu Hass unter Strafe stellt.
Auslöser ist ein Vorfall im Februar 2026: Drei jüdische beziehungsweise israelische Besucherinnen sollen im Museum beschimpft und schliesslich zum Verlassen der Ausstellung aufgefordert worden sein, nachdem sie sichtbare jüdische Symbole trugen. Laut Berichten wurden sie von anderen Besuchern beleidigt, während das Museumspersonal sie aufforderte, die Symbole zu entfernen oder zu gehen.
ACOM spricht von einem «institutionellen Muster», durch das das Museum zu einer Plattform für antiisraelische und antisemitische Positionen geworden sei. Kritisiert werden unter anderem Aus-stellungen und Veranstaltungen mit stark israelkritischem Inhalt sowie die Verwendung politischer Parolen.
Das Museum kündigte eine interne Untersuchung an und betonte seine Nulltoleranz gegenüber Antisemitismus. Der Fall sorgt in Spanien für neue Debatten über den Umgang öffentlicher Kulturinstitutionen mit politischem Aktivismus und den Schutz jüdischer Besucher.