USA – Sport 20. Apr 2026

Antisemitismus-Beauftragter will Antisemiten von Besuch der Fussball-Weltmeisterschaft ausschliessen

Pro-palästinensische Aktivisten vor dem Wembley-Stadion in London, Oktober 2025.   

Erklärung von Rabbiner Yehuda Kaploun.

Am Freitag hat Rabbiner Yehuda Kaploun als Antisemitismus-Sonderbeauftragter der Trump-Regierung der JTA erklärt, die USA würden Personen den Besuch der Fussball-Weltmeisterschaft im Juni-Juli untersagen, denen vorgeworfen wird, in ihren Heimatländern Antisemitismus zu schüren. Dies hätten der Präsident und der Aussenminister unmissverständlich klargemacht. Wer Hass – in Gestalt von Antisemitismus – in die USA tragen wolle, sei nicht willkommen: «Die Einreise in dieses Land ist ein Privileg. Sie ist kein Recht.»

Kaploun hatte vorige Woche an der Jahrestagung der European Jewish Association in Brüssel erklärt, Washington werde «Länder für das Verhalten ihrer Minister zur Rechenschaft ziehen, wenn diese bestimmte Äusserungen tätigen; solchen Ministern wird dann die Einreise verweigert.» Dabei werde «jeder Fall von Propagierung antisemitischer Ansichten individuell geprüft». 

Die FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft soll vom 11. Juni bis zum 19. Juli in Städten der USA, Mexikos und Kanadas ausgetragen werden und stellt mit 48 teilnehmenden Nationalmannschaften das bislang grösste Turnier in der Geschichte des Verbandes dar. Darunter sind mehrere Nationen im Konflikt mit Israel. Dazu gehören neben Iran, die Türkei und Südafrika. Israel ist im vergangenen Jahr in der Qualifikationsrunde ausgeschieden.

Wer und wie nun bei US-Behörden genau über «Antisemitismus» und allfällige Sanktionen gegen Judenhasser entscheiden soll, bleibt indes unklar. Die JTA erinnert an etliche Kontroversen zwischen Washington und Staaten wie Belgien, wo der US-Botschafter kürzlich den Gesundheitsminister öffentlich wegen der Festnahme von Mohelim kritisiert hat.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte am Mittwoch im US-Fernsehen bestätigt, Iran werde an der Weltmeisterschaft teilnehmen: «Die iranische Mannschaft wird definitiv kommen, ja. Wir hoffen natürlich, dass die Lage bis dahin eine friedliche sein wird. … Aber der Iran muss kommen. Selbstverständlich vertreten sie ihr Volk. Sie haben sich qualifiziert. Die Spieler wollen spielen.» Auch die US-Regierung rechnet laut einem Sprecher fest mit einer Teilnahme des Iran.

Kaploun nannte der JTA als möglicherweise von einem Verbot Betroffene etwa Verantwortliche beim englischen Fussballverein Aston Villa, die im Oktober Anhängern von Maccabi Tel Aviv den Zutritt zu einem Spiel verwehrt hätten; sowie auf Personen im Zusammenhang mit den gewalttätigen Ausschreitungen in Amsterdam 2025, bei denen mehrere Fans von Maccabi Tel Aviv verletzt worden sind. Auch Personen, die Lügen über diese Vorfälle verbreitet hätten, würden «zur Rechenschaft gezogen und sind in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht willkommen» (Link).

Andreas Mink