Jerusalem 22. Apr 2026

172 neue Gefallene seit dem Vorjahr

Menschen stehen während einer zweiminütigen Sirene, die Israels Gedenktag markiert, an einem Aussichtspunkt in Nahal Oz an der Grenze zu Gaza im Süden Israels am 21. April.  

Gedenken zum Jom Hasikaron in Israel.  

Mit einer zentralen Staatszeremonie an der Klagemauer hat Israel am Montagabend den Gedenktag eröffnet. Punkt 20 Uhr heulten landesweit die Sirenen, das öffentliche Leben kam für eine Minute zum Stillstand – ein kollektives Innehalten im Gedenken an gefallene Soldaten und Opfer von Terror.
Im Zentrum der diesjährigen Gedenkfeiern stehen auch die jüngsten Verluste: Seit dem vergangenen Gedenktag sind nach offiziellen Angaben 172 Soldaten und Angehörige der Sicherheitskräfte im Dienst ums Leben gekommen. Zudem wurden 54 Veteranen, die an Spätfolgen ihrer Verletzungen starben, nachträglich als Gefallene anerkannt. Die Gesamtzahl der seit 1860 Getöteten steigt damit auf 25’650.
Die zentrale Zeremonie in Jerusalem wurde von Vertretern aus Politik, Militär und Gesellschaft begleitet. Im ganzen Land versammelten sich gleichzeitig Familien auf Friedhöfen und an Gedenkstätten. Die Feiern finden vor dem Hintergrund anhaltender Sicherheitsbedrohungen und jüngster Gefechte statt – erst am Wochenende waren zwei Reservisten bei Einsätzen im Libanon gefallen.
Am Dienstag folgt eine weitere landesweite Sirene sowie das zentrale Gedenken auf dem Militärfriedhof am Herzlberg. Am Abend geht der Trauertag unmittelbar in den Jom haAtzmaut über – ein bewusst gesetzter, emotionaler Übergang von nationaler Trauer zu staatlicher Selbstbehauptung.
 

Redaktion