Ein Streit um politische Haltung, Vertragsfragen und Urheberrecht sorgt derzeit in der deutschen Filmbranche für Aufmerksamkeit. Im Zentrum steht die Schauspielerin und Journalistin Sarah Maria Sander, die nach eigenen Angaben ihre zugesagte Hauptrolle im Kinofilm «Die Todessehnsucht der Maria Ohm» verlor, nachdem sie sich öffentlich proisraelisch geäussert hatte. Auslöser war ein Video aus dem Sommer 2025, in dem Sander ihre Position im Nahost-Konflikt darlegte und Teile der Kulturszene kritisierte. Kurz darauf habe sie aus dem Produktionsumfeld Rückmeldungen erhalten, ihr Engagement schade dem Projekt, auch mit Blick auf Festivalteilnahmen. Wenig später wurde die Hauptrolle neu besetzt. Die Produktionsfirma Soilfilms Media bestreitet einen politischen Zusammenhang und verweist auf organisatorische Gründe. Trotz einer anwaltlichen Untersagung begannen die Dreharbeiten im Januar. Die Rolle ging an eine andere Schauspielerin, zugleich wurde das Drehbuch ohne Zustimmung der Mitautorin geändert: Eine ursprünglich männliche Nebenfigur wurde zu einer Frauenrolle umgeschrieben. Sander kündigte daraufhin den Drehbuchvertrag fristlos und beantragte eine einstweilige Verfügung. Das Landgericht Berlin II gab dem Antrag Ende Januar teilweise statt und untersagte, den Film in dieser Fassung weiter zu verfilmen oder zu veröffentlichen. Die Richter sahen eine inhaltliche Verschiebung, die das Urheberrecht verletze. Ob der Entzug der Hauptrolle rechtmässig war, blieb offen. Beide Seiten kündigten Berufung an. Angesichts der Produktionskosten von rund 1,7 Millionen Euro ist die Zukunft des Films ungewiss.
Sarah Maria Sander
06. Feb 2026
Umbesetzung
Emily Langloh