Mit der Ausstellung «A Muslim, a Christian, and a Jew» präsentiert das Jüdische Museum Wien erstmals Werke des israelischen Künstlers Eran Shakine in Österreich. Die Ausstellung widmet sich Fragen von Religion, Identität und Zusammenleben. Shakines Werkzyklus beginnt stets mit denselben Worten: «Ein Muslim, ein Christ und ein Jude …» – wie der Anfang eines Witzes. Doch statt Unterschiede hervorzuheben, unterläuft der Künstler genau diese Erwartung. Seine drei Figuren erscheinen als nahezu identisches Trio im schwarzen Anzug und Zylinderhut und bewegen sich durch alltägliche wie absurde Situationen. Dabei gehe es weniger um Trennung als um Gemeinsamkeiten, erklärt das Museum. Die Ausstellung versteht sich als Gegenentwurf zu einer zunehmend polarisierten Gegenwart. Shakines Arbeiten brechen laut Kuratoren mit religiösen und kulturellen Stereotypen und richten den Blick auf das Verbindende. Die Figuren treten nicht als Gegner auf, sondern als Menschen mit ähnlichen Hoffnungen, Zweifeln und Erfahrungen. Für die Wiener Ausstellung setzt Shakine seine drei Protagonisten gemeinsam auf das Wiener Riesenrad. Von dort blicken sie aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Stadt, bleiben jedoch Teil eines gemeinsamen Erlebnisses. Der 1962 in Israel geborene Künstler ist Sohn einer ungarischen und eines französischen Schoah-Überlebenden und lebt heute in Tel Aviv. Seine Arbeiten wurden bereits international gezeigt, unter anderem in New York, Paris, London und Berlin.
Bis Sonntag, 8. November, Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, Wien.
www.jmw.at
wien
21. Mai 2026
Muslim, Christ und Jude
Emily Langloh