Der US-amerikanische Autor Peter Beinart ist für sein Buch «Being Jewish After the Destruction of Gaza» («Jüdisch sein nach der Zerstörung Gazas») mit dem PEN America Award für Sachliteratur ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte das Werk als einen Versuch, «eine neue Erzählung zu schreiben, wenn die alten nicht mehr tragen». Beinart, Professor an der City University of New York und Herausgeber von «Jewish Currents», gehört seit Jahren zu den prominentesten Kritikern der israelischen Politik innerhalb der amerikanisch-jüdischen Öffentlichkeit. In seinem Buch setzt er sich mit der Beziehung vieler US-Jüdinnen und -Juden zu Israel auseinander und kritisiert insbesondere den Umgang mit dem Gaza-Krieg. Es gehe, so Beinart, um «die Geschichten, die wir uns erzählen und die uns blind machen für palästinensisches Leid» sowie um die Frage, ob jüdische Identität neu gedacht werden müsse. Die Auszeichnung fügt sich in eine Entwicklung innerhalb von PEN America ein, die in den vergangenen Jahren zunehmend kritisiert wurde. Die traditionsreiche Organisation, gegründet 1922 und bekannt für ihren Einsatz für Meinungsfreiheit, stand zuletzt wegen ihrer Positionen zum Gaza-Krieg unter Druck. Ein Bericht, der Israel schwere Vorwürfe machte, sowie interne Spannungen und Führungswechsel sorgten für Kontroversen. Vor diesem Hintergrund wird die Ehrung Beinarts von Kritikern als weiteres Zeichen für die politische Ausrichtung der Organisation gewertet. Auch Beinart selbst ist umstritten. Auftritte zur Bewerbung seines Buches lösten sowohl bei rechten als auch linken Kritikern Proteste aus. Während konservative Stimmen ihm vorwarfen, antisemitische Argumente zu bedienen, kritisierten ihn linke Unterstützer dafür, überhaupt in Israel aufzutreten.
Peter Beinart
30. Apr 2026
Kontroverse
Emily Langloh