Marc Shaiman 27. Feb 2026

Humor

Der vielfach ausgezeichnete Komponist Marc Shaiman erzählt in seinen Memoiren «Vergiss das Glücklichsein» von einer Karriere, die stark von jüdischem Humor und der amerikanischen Unterhaltungskultur geprägt ist. Der Tony-Preisträger und siebenfache Oscar-Nominierte blickt darin auf fünf Jahrzehnte im Showgeschäft zurück, vom «witzigen jüdischen Mann am Klavier» bis zum gefeierten Broadway-Komponisten des Musicals «Hairspray». Shaiman beschreibt, wie jüdische Identität, Chuzpe und Witz seine Arbeit formten. Schon bei seiner Bar Mizwa improvisierte er Teile der musikalischen Begleitung selbst. Später prägten Begegnungen mit Grössen wie Bette Midler und Rob Reiner seinen Weg; mit ihnen realisierte er zahlreiche Film- und Bühnenprojekte. Auch seine Filmmusik, etwa für «South Park» oder «Schlaflos in Seattle», machte ihn zu einer festen Grösse in Hollywood. Viele Werke entstanden gemeinsam mit seinem langjährigen Partner und Songwriting-Kollegen Scott Wittman. In seinem Buch erinnert sich Shaiman an Triumphe wie den Tony-Gewinn für «Hairspray», aber auch an schmerzhafte Verluste, etwa an Freunde, die in den 1980er und 1990er Jahren an Aids starben. Der Titel geht auf einen typischen Ausspruch seiner Mutter zurück. Als man ihr einst «ein glückliches und gesundes neues Jahr» wünschte, antwortete sie trocken: «Vergiss das Glücklichsein.» Für Shaiman spiegelt er eine jüdische Haltung zwischen Humor, Skepsis und Überlebenswillen. Seine Lebensgeschichte zeigt, wie eng jüdische Kultur, Komik und Showbusiness miteinander verwoben sind und wie sehr sie seinen künstlerischen Weg geprägt haben.

Emily Langloh