Emmendingen 28. Aug 2026

Geschichte in Blüten und Düften

Welche Rolle spielen Pflanzen, Kräuter und Düfte in der jüdischen Geschichte? Dieser Frage widmet sich die Wechselausstellung «Herbarien – es riecht so gut!» im Jüdischen Museum Emmendingen. Ausgangspunkt ist der blühende Museumsgarten mit Balsampflanzen, Salbei und Wein. Die Ausstellung führt von biblischen Traditionen über mittelalterliche Medizin bis ins 20. Jahrhundert. Im Jerusalemer Tempel verbrannten die Priester jeden Morgen und Abend eine Räuchermischung aus elf Bestandteilen. Nach der Zerstörung des Tempels darf das Räucherwerk nach jüdischer Tradition nicht mehr nachgebildet werden, Gebet und Studium erinnern jedoch bis heute daran. Zu sehen ist auch eine verzierte Gewürzschachtel für die Hawdala, bei der wohlriechende Gewürze den Abschied vom Schabbat begleiten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Herbarien. Bereits im 15. Jahrhundert übersetzten jüdische Ärzte medizinische Werke aus dem Arabischen; Faksimiles zeigen historische Sammlungen von Heilpflanzen mit lateinischen und hebräischen Beschriftungen. Überraschend ist der Blick auf Rosa Luxemburg: Die Sozialistin war leidenschaftliche Pflanzensammlerin und legte zwischen 1913 und 1918 insgesamt 18 Herbarien-Hefte an.

Bis Donnerstag, 29. Oktober, Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7, Emmendingen. www.juedisches-museum-emmendingen.de

Redaktion