Frankfurt 17. Apr 2026

Gemeinschaft neu gedacht

Im Jüdischen Museum Frankfurt eröffnet mit «Mishpocha» eine Ausstellung, die den Begriff von Familie neu denkt. «Mishpocha», jiddisch und hebräisch für Familie, wird hier nicht als biologische Einheit verstanden, sondern als offenes Netzwerk von Menschen, die durch gemeinsames Schaffen verbunden sind. Die Ausstellung lädt dazu ein, Gemeinschaft als kreativen Prozess zu begreifen, geprägt von Vielfalt, Zusammenarbeit und Solidarität. Konzipiert wurde das multimediale, interaktive Projekt von Mike D (Beastie Boys), der über zwei Jahre hinweg gemeinsam mit dem Museumsteam, Atelier Markgraph und der IMA Clique daran gearbeitet hat. Im Zentrum steht die gemeinsame Erfahrung von Musik: hören, erleben und selbst aktiv werden. So wird «Mishpocha» zur Metapher für künstlerische Netzwerke und gelebte Gemeinschaft jenseits klassischer Familienstrukturen. Bereits im Aussenbereich empfängt eine offene Bühne die Besucher, ergänzt durch die Skulptur «OY/YO» von Deborah Kass. Im Innern führt ein Parcours durch Klanginstallationen, Videoräume und Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Eine immersive Installation taucht in Subkulturen wie Punk, Hip-Hop oder Rave ein, während ein Studio zum eigenen Musizieren einlädt. Begleitend finden Workshops, Konzerte und Performances in der Stadt statt. «Mishpocha» gilt als Einladung, Gemeinschaft neu zu erleben.
Bis Sonntag, 27. September, Jüdisches Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1, Frankfurt am Main.
ww.juedischesmuseum.de

Emily Langloh