Noah Kahan 30. Apr 2026

Erfolgswelle

Der US-Singer-Songwriter Noah Kahan erlebt derzeit einen Höhenflug. Mit «The Great Divide» veröffentlicht der 29-Jährige sein neues Album, begleitet von den Singles «Porch Light» und dem Titelsong. Zusätzlich sorgten die Netflix-Dokumentation «Noah Kahan: Out of Body» und neue Tourdaten für Aufmerksamkeit. In Deutschland spielt Kahan zwei ausverkaufte Shows. Der Dokumentarfilm zeichnet ein persönliches Porträt des Musikers, der mit Songs wie «Stick Season», «You’re Gonna Get Far» und «Call Your Mom» grosse Bühnen wie Fenway Park und Madison Square Garden füllte. Besonders berührend ist eine Szene mit seinem Vater Josh: Gemeinsam spielen sie auf der Veranda von Kahans Haus in Nashville «Father & Son» von Cat Stevens, das erste Lied, das sie miteinander spielten, als Noah neun Jahre alt war. Heute steht dieser Moment unter anderen Vorzeichen: Josh Kahan erlitt eine traumatische Hirnverletzung, und sein Sohn spricht im Film offen über Angst, Schuldgefühle und den Versuch, den Vater so anzunehmen, wie er ist. Auch «The Great Divide» ist von solchen Themen geprägt. Das Album reflektiert Kahans Vergangenheit, seine komplizierte Beziehung zu Familie, Freundinnen und Freunden sowie zu seiner Heimat Vermont. Es geht um Entfremdung, Schweigen und unausgesprochene Wahrheiten. «Die Songs sind Worte, die ich sagen würde, wenn ich könnte», beschreibt Kahan das Projekt. Kahan spricht offen über mentale Gesundheit, Körperbild und seine jüdische Identität. Er bezeichnete sich selbst einmal als «jüdischen Ed Sheeran» und wird für seine Mischung aus Selbstironie und radikaler Offenheit geschätzt. Gerade diese Verletzlichkeit macht ihn für viele Fans zur Stimme einer Generation.

Emily Langloh