Der israelische Journalist und Filmemacher Yuval Abraham kehrt mit einer neuen Dokumentation auf die internationale Festivalbühne zurück. Gemeinsam mit der israelischen Kamerafrau und Regisseurin Rachel Szor hat er den Film «NAZA» gedreht, der am 10. September bei den Filmfestspielen von Venedig Weltpremiere feiert. Der Film ist der einzige Dokumentarfilm im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Produziert wurde er vom britischen «Guardian» und James Wilson, als Executive Producer ist «The Zone of Interest»-Regisseur Jonathan Glazer beteiligt. «NAZA» beschäftigt sich mit Israels Luftangriffen im Gazastreifen und den Methoden, mit denen der israelische Geheimdienst mögliche zivile Opfer im Vorfeld kalkuliert. Der Titel ist angeblich ein militärisches Akronym für die bei einem Angriff erwartete Zahl getöteter Zivilisten. Gedreht wurde nachts auf Dächern in Tel Aviv. Der Film baut auf Recherchen auf, die zwischen 2023 und 2025 von der israelisch-palästinensischen Plattform «+972 Magazine», dem hebräischen «Local Call» und «Guardian» veröffentlicht wurden. Für Abraham und Szor ist es die nächste grosse internationale Produktion nach «No Other Land». Gemeinsam mit den Palästinensern Basel Adra und Hamdan Ballal hatten sie den Dokumentarfilm über Masafer Yatta im Westjordanland realisiert. Das Werk gewann 2025 den Oscar als bester Dokumentarfilm. Bei der Preisverleihung sprach Abraham von einer politischen Lösung, die nationale Rechte für Israelis wie Palästinenser garantiere, und erklärte, Israelis könnten nur dann wirklich sicher sein, wenn auch Palästinenser frei und sicher seien. Abraham arbeitet daneben als Journalist und berichtet über Besatzung, Überwachung und das israelische Militär.
Yuval Abraham
28. Aug 2026
Dokumentarist
Emily Langloh