Noga Erez 17. Apr 2026

Coachella

Trotz abgesagter Flüge, logistischer Pannen und der angespannten Lage im Zuge des Kriegs mit Iran hat die israelische Musikerin Noga Erez ihren Auftritt am Coachella-Festival realisiert und in ein intensives künstlerisches Statement verwandelt. Gemeinsam mit ihrem Partner und musikalischen Weggefährten Ori Rousso dokumentierte sie eine Reise, die zeitweise wie ein absurdes Hindernisrennen wirkte. Aber gestrandetem Team, explodierenden Kosten und skurrilen Zwischenfällen zum Trotz erreichte sie dennoch die Bühne. Dass Widrigkeiten längst Teil ihrer Karriere sind, von der Pandemie über den Gaza-Krieg bis zur aktuellen Eskalation, war ihrem Auftritt anzumerken. Erez verwandelte diese Erfahrungen in Energie. Songs wie «End of the Road», «Vandalist» und «Dumb» wirkten wie ein kondensierter Ausdruck eines künstlerischen Weges unter Dauerbelastung. «It’s The Wild West, But I’m From The Middle East» («Es ist der Wilde Westen, aber ich komme aus dem Nahen Osten»), sang sie – eine Zeile, die ihre Situation treffend zusammenfasst. Der Auftritt fand auf einer kleineren Tagesbühne statt, was Erez jedoch nicht als Abwertung verstand. Im Gegenteil: Sie und ihr Team spielten mit einer Entschlossenheit, als ginge es um alles. Auch der Gastauftritt von Rapper Armani White hatte neben musikalischer vor allem symbolische Bedeutung, da Kooperationen mit israelischen Künstlern derzeit selten sind.

Emily Langloh