jerusalem 08. Mai 2026

Israel vervierfacht PR-Budget

Die israelische Regierung hat ihr Budget für internationale Öffentlichkeitsarbeit («Hasbara») massiv erhöht. Für 2026 stehen rund 730 Millionen Dollar zur Verfügung – mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Ziel sei es laut Aussenminister Gideon Sa’ar, den weltweiten Kampf um «Herzen und Köpfe» offensiver zu führen. Kommunikationsforscher und Diplomatie-Experten bezweifeln jedoch, dass die Investitionen Israels internationales Ansehen entscheidend verbessern können. Das Geld fliesst unter anderem in internationale Social-Media-Kampagnen, Influencer-Netzwerke, Reisen für Politiker, Pastoren und Universitätsvertreter nach Israel sowie in eine neue zentrale Abteilung für öffentliche Diplomatie im Aussenministerium. Berichten zufolge wurden Millionenbeträge für Werbekampagnen auf Plattformen wie Google, YouTube und X sowie für KI-gestützte Monitoring- und Kommunikationsprojekte bereitgestellt. Hintergrund der Aufstockung ist die stark verschlechterte Wahrnehmung Israels im Ausland seit dem Gaza-Krieg. Laut einer im April veröffentlichten Umfrage des Pew Research Center sehen inzwischen 60 Prozent der Amerikaner Israel negativ – besonders stark ist der Meinungsumschwung bei jüngeren Menschen und innerhalb der Demokratischen Partei. Auch unter jungen Republikanern nimmt die Unterstützung ab. Innerhalb Israels gibt es Zweifel. Der Medienforscher Ilan Manor sagte, Israel verfüge längst über professionelle digitale Strukturen. Das eigentliche Problem sei ein wachsender Glaubwürdigkeitsverlust. «Wenn ein Staat nicht mehr als glaubwürdig wahrgenommen wird, hilft auch die beste Botschaft nicht mehr», sagte er.

Redaktion