Eine verlassene Synagoge im Kohlerevier von Pennsylvania ist eingestürzt und erinnert nun an eine einst lebendige jüdische Gemeinde, die längst verschwunden ist. Das Gebäude der ehemaligen Beth-Israel-Synagoge in Mahanoy City, deren Grundstein 1923 gelegt wurde, diente über 80 Jahre lang jüdischen Familien der Region. In der Nacht auf Freitag brachen Mauern ein, Trümmer verteilten sich auf der Strasse. Verletzt wurde niemand, die Reste wurden anschliessend abgetragen. Auf ihrem Höhepunkt zählte die Gemeinde rund 50 Familien. Jüdische Händler und Geschäftsleute hatten sich seit dem späten 19. Jahrhundert in der Region niedergelassen und unterstützten die florierende Kohleindustrie. Mit dem wirtschaftlichen Niedergang nach dem Zweiten Weltkrieg schrumpfte die Gemeinde jedoch zusehends. 2003 fanden die letzten Gottesdienste statt, die Synagoge wurde geschlossen, ihre Thorarollen und Ritualgegenstände anderen Gemeinden übergeben. Ein Teil der farbigen Glasfenster gelangte später nach Long Island, was unter Nachfahren der Gemeindemitglieder Diskussionen auslöste. Für viele steht der Einsturz heute symbolisch für das Verschwinden kleiner jüdischer Gemeinschaften in den USA. «Was bleibt von diesen Gemeinden?», fragen Historiker. Vielleicht vor allem ihre Geschichten und die Erinnerung an ein enges gemeinschaftliches Leben, das vielerorts verloren gegangen ist. Bild: Eine Aussenwand der verlassenen Beth-Israel-Synagoge in Mahanoy City stürzte am 12. Februar ein.
Pennsylvania
20. Feb 2026
Verlassene Synagoge eingestürzt
Emily Langloh