Der Schauspieler, Autor und Produzent Jake Reiner hat in einem bewegenden Text über den Verlust seiner Eltern geschrieben. Regisseur Rob Reiner und die Fotografin und Produzentin Michele Reiner wurden im vergangenen Dezember in ihrem Zuhause getötet. Kurz vor seinem 34. Geburtstag, dem ersten Geburtstag ohne sie beide, beschreibt Reiner, wie sich Trauer gerade in solchen Momenten besonders schmerzhaft bemerkbar macht. In seinem Beitrag schildert er den Moment, als er die Nachricht erhielt: Seine Schwester Romy, die ihre Eltern gefunden hatte, rief ihn an. Die Fahrt nach Hause sei «unerträglich» gewesen, schreibt Reiner. «Meine Welt, wie ich sie kannte, ist zusammengebrochen.» Noch immer wache er oft auf in dem Gefühl, alles sei nur ein Albtraum gewesen. Er erinnert sich an seine Eltern als Zentrum seines Lebens. «Sie waren die besten Eltern, die man sich wünschen kann», schreibt er. Ihre Liebe sei bedingungslos gewesen, ihre Beziehung zueinander ein Vorbild. Gespräche mit ihnen seien immer offen gewesen, kein Thema tabu. Gerade diese Selbstverständlichkeit des Zusammenseins fehlt nun umso mehr. Reiner blickt auch auf gemeinsame Erinnerungen zurück: Theaterbesuche mit seiner Mutter, Baseballspiele mit seinem Vater, Familienferien. Doch all diese Momente, so schreibt er, würde er gegen eine einzige Stunde eintauschen, um sich verabschieden zu können. Besonders eindrücklich beschreibt er seine Mutter Michele, Tochter eines Holocaustüberlebenden, als «Herz und Rückgrat» der Familie. Sie habe Feste organisiert, Zusammenhalt geschaffen und das Familienleben geprägt. Was anderen im Umgang mit seiner Trauer helfen könne, beantwortet Reiner schlicht: «Ich bitte einfach um Liebe und Mitgefühl.»
Jake Reiner
08. Mai 2026
Trauer
Emily Langloh