Die jüdische Gemeinde in Pensacola im US-Bundesstaat Florida hat das 150-jährige Bestehen ihrer Synagoge Temple Beth El gefeiert, der ältesten jüdischen Gemeinde Floridas. Die 1876 gegründete Reformgemeinde gilt als historischer Ausgangspunkt jüdischen Lebens im Bundesstaat, lange bevor sich die grossen Gemeinden in Südflorida entwickelten. Die Jubiläumsfeiern umfassten ein ganzes Wochenende mit Gottesdiensten, Musik, Tanz sowie einer Gala. Auch ein Besuch des jüdischen Friedhofs gehörte zum Programm, auf dem Grabsteine bis ins Jahr 1874 zurückreichen. Heute ist die Gemeinde vergleichsweise klein: Rund 1800 jüdische Erwachsene leben in Pensacola – eine Zahl, die seit etwa einem Jahrhundert stabil geblieben ist. Dennoch sehen Gemeindemitglieder Potenzial für eine neue Entwicklung jüdischen Lebens abseits der grossen Zentren wie Miami oder Boca Raton. Rabbiner Joel Fleekop würdigte in seiner Ansprache die Rolle der Generationen, die zum Fortbestehen der Gemeinde beigetragen haben. Über 150 Jahre habe Temple Beth El davon gelebt, dass Mitglieder «ihren Teil beitrugen», um die Gemeinschaft zu stärken und weiterzuentwickeln. Zur Geschichte der Gemeinde gehört auch, dass sie mit Paula Ackerman in den 1960er-Jahren eine der ersten Frauen in den USA hervorbrachte, die faktisch rabbinische Aufgaben übernahm. Das Jubiläum macht zugleich sichtbar, wie sich das jüdische Leben in Florida verschoben hat: Während heute die überwältigende Mehrheit der rund 762 000 Juden des Bundesstaates im Süden lebt, erinnern Orte wie Pensacola an die frühen, oft deutschsprachigen Pioniergemeinden des 19. Jahrhunderts.
florida
24. Apr 2026
Pensacola feiert älteste Synagoge
Redaktion