Christian Rutishauser 06. Mär 2026

Medaille

Der Judaistik-Professor Christian Rutishauser erhält die Buber-Rosenzweig-Medaille 2026. Mit der Auszeichnung würdigt der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sein langjähriges Engagement für den Dialog zwischen Christen und Juden. Die Verleihung findet am 8. März in Köln statt. Das Jahresthema lautet «Schulter an Schulter miteinander». Die seit 1968 vergebene Medaille erinnert an die jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig. Frühere Preisträger waren unter anderem Angela Merkel, Navid Kermani, Makkabi Deutschland und zuletzt der Pianist Igor Levit. Rutishauser gilt als einer der profiliertesten katholischen Vertreter im christlich-jüdischen Gespräch im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Er lehrt als Professor für Judaistik an der Universität Luzern und gehört seit 2014 zu den ständigen Beratern des Papstes für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum. In dieser Funktion nimmt er an internationalen Dialogforen zwischen Vatikan und jüdischen Organisationen teil. Der Jesuit forschte unter anderem an der Hebräischen Universität Jerusalem, an der Päpstlichen Universität Ratisbonne sowie an der Yeshiva University in New York. Seine Dissertation widmete er dem orthodoxen Denker Joseph Dov Soloveitchik. Zahlreiche Publikationen und Studienreisen nach Israel zeugen von seiner intensiven Auseinandersetzung mit jüdischer Philosophie und rabbinischem Judentum. Trotz internationaler Aufgaben betont Rutishauser stets die Bedeutung der Begegnung an der Basis, in Lehre, Seelsorge und praktischer Bildungsarbeit.

Emily Langloh