Der israelische Kickboxer Guy Hagag hat beim Weltcup in Thailand die Goldmedaille gewonnen, ohne den tatsächlichen Finalkampf bestreiten zu müssen. Sein jordanischer Gegner trat nicht an, nachdem er erfahren hatte, dass er gegen einen Israeli kämpfen würde. Wie das Team Hagags berichtet, war der jordanische Sportler zunächst regulär erschienen und hatte auch am offiziellen Wiegen teilgenommen. Erst als die Paarung feststand, erklärte er kurzfristig eine Verletzung und zog sich vom Kampf zurück. Auch bei der Siegerehrung fehlte er. Für Hagag ist es dennoch ein sportlicher Erfolg. Auf dem Weg in den Final hatte er sich mit klaren Siegen gegen Gegner aus Usbekistan und Mauritius durchgesetzt. «Ich bin sehr stolz auf Guy, der auch dann darauf besteht, Israel zu vertreten, wenn alle Umstände gegen ihn spreche, und dies auf bestmögliche Weise tut», sagte sein Trainer Ronen Edelstein. Der Vorfall ist kein Einzelfall. Bereits am Vortag war ein jordanischer Kämpfer nicht zu einem Halbfinal gegen den Israeli Yosef Eyvazli erschienen. Eyvazli gewann später ebenfalls Gold. Kritik kommt von Funktionären: Eric Kaplan, Präsident und CEO des Eilat-Verbands für nicht olympische Sportarten, bezeichnete die Boykotte als «sehr traurig». Internationale Sportorganisationen würden solche Vorfälle nicht entschieden genug verurteilen und zu selten Konsequenzen ziehen. Es brauche klare Sanktionen gegen Athleten, die aus politischen Gründen nicht antreten, sowie koordinierte Massnahmen auf staatlicher Ebene. Der Fall zeigt, wie stark die politischen Spannungen um Israel inzwischen auch den internationalen Sport prägen, mit direkten Auswirkungen auf Wettkämpfe und Athleten.
Guy Hagag
17. Apr 2026
Goldmedaille
Emily Langloh