Die geplante Teilnahme des Rappers Ye am Wireless Festival in London hat heftige Kritik ausgelöst und letztlich zur Absage des Festivals geführt. Besonders deutlich äusserte sich Schauspieler David Schwimmer, der Ye vorwirft, mit seinen antisemitischen Aussagen «unkalkulierbaren, irreparablen Schaden» angerichtet zu haben. Das Festival im Finsbury Park sollte am 7. April stattfinden, wurde jedoch nach wachsendem Druck abgesagt. Mehrere Sponsoren, darunter Pepsi und Diageo, zogen sich im Vorfeld zurück. Auch der britische Premierminister Keir Starmer sowie Schwimmer hatten die Einladung von Ye scharf kritisiert. In einem Beitrag in den sozialen Medien dankte Schwimmer den Sponsoren für ihren Rückzug. «Jahrelang hat Ye seine enorme Reichweite genutzt, um Hass und Gewalt gegen Juden zu verbreiten», schrieb er. Mit seinen Aussagen habe er antisemitische Stereotype und Verschwörungstheorien an Millionen von Followern weitergereicht. Schwimmer erinnerte zudem daran, dass Ye noch vor Kurzem einen Song mit dem Titel «Heil Hitler» veröffentlicht, über eine Super-Bowl-Werbung ein T-Shirt mit Hakenkreuz verkauft und sich selbst als Nazi bezeichnet habe. All dies habe reale Konsequenzen gehabt und antisemitische Gewalt weltweit befeuert. Eine einfache Entschuldigung seien daher «nur Worte auf Papier». Schwimmer fordert konkrete Schritte, um Vertrauen wiederherzustellen: etwa eine klare Distanzierung von früheren Aussagen, den Austausch mit jüdischen Vertretern und Unterstützung für betroffene Gemeinschaften. Bis dahin solle Ye keine Plattform erhalten. Der Schauspieler, selbst jüdisch aufgewachsen, engagiert sich seit Jahren gegen Antisemitismus. Trotz Anfeindungen hält er an seinem Einsatz fest.
David Schwimmer
17. Apr 2026
Einsatz
Emily Langloh